
Burg Feuerstein (kem) – Leichter Nebel wabert durch die Oberkirche auf Burg Feuerstein, dämmriges Licht leuchtet, über die Lautsprecher ertönt der „Imperial March“, die Erkennungsmelodie der „Star Wars“-Filmreihe. Durch den Mittelgang kommen drei Gestalten marschiert. Es sind Darth Vader und zwei seiner Storm Troopers – also das personifizierte Böse. Ihnen gegenüber steht ein einzelner Jedi-Ritter, „Höre, Fürst der Dunkelheit, Deine Tage sind gezählt“, ruft er. Doch allein kann er scheinbar nichts ausrichten gegen das Böse – und er wird von Darth Vader besiegt.
Es ist ein filmreifer Auftakt zu einer neuen Art von Wort-Gottes-Feier, die das Jugendamt der Erzdiözese Bamberg erarbeitet hat. Mit diesem will man sich explizit an die jungen Menschen richten, die spirituell interessiert, denen die Sprache und Ablauf traditioneller Liturgie jedoch fremd sind.
Bewusst verzichten daher Diözesanjugendpfarrer Gerd Richard Neumeier und sein Team auf traditionelle Sprache, auch wenn nichts von den liturgischen Teilen fehlt: Das Kreuzzeichen zu Beginn ist ebenso vorhanden, wie eine Lesung, das Evangelium und die Fürbitten. Doch eben alles im Stile des Filmklassikers, der seit den 70er-Jahren Generationen begeistert. So werden die Fürbitten zum Teil in der Sprache Yodas vorgetragen („Allein wenig bewirken Du wirst!“) und als Antwortruf heißt es „Möge Deine Macht mit uns sein“.
Das Publikum auf Burg Feuerstein ist breit gefächert. Hier sitzen Jugendliche und Erwachsene. Eltern sind mit ihren Kindern gekommen. Einige on ihnen sind sogar zum Thema passend verkleidet. Die Atmosphäre ist ruhig aber gespannt. Immer wieder recken einzelne Jungen und Mädchen die Köpfe um auch ja nichts von dem Gottesdienst und dem, was sich im Mittelgang und vor dem Altar abspielt zu verpassen.
Es geht nur gemeinsam gegen das Böse
Am Ende ist es wie in den Filmen: Es ist der immer währende Kampf des Guten gegen das Böse. Und diesen Kampf kann niemand alleine gewinnen. Erst als neben dem einsamen Jedi-Ritter weitere gestalten in Umhängen auftauchen und sich gemeinsam mit Gerd Richard Neumeier (als Obi Wan Kinobi) gegen Darth Vader stellen, können sie das Böse zurückdrängen und schließlich besiegen.
„In den Star-Wars-Filmen geht es um Gut und Böse, um Licht und Dunkel – also um all die Themen, die im Christentum, in der Bibel und im Leben aufleuchten“, beschreibt Diözesanjugendpfarrer Gerd Richard Neumeier den Zusammenhang zwischen Star Wars und dem christlichen Glauben. Es sei ein Grundprinzip dieser Welt, dass es das Gute und das Böse gebe. Er ergänzt: „Wir können unseren christlichen Glauben als Einladung Gottes verstehen, dass sich das Licht, das Gute und der Frieden verbreiten.“
Das Motto ist dabei sehr bewusst gewählt. Etliche Studien zeigen, dass es die Themen Krieg und Frieden sowie Machtmissbrauch und Extremismus sind, die Kindern und Jugendlichen am meisten Sorge bereiten.
Darüber hinaus spricht die Filmreihe mehrere Generationen gleichzeitig an. Von den Kindern, die „Star Wars“-Zeichentrickserien schauen und Lego-Bausätze bearbeiten über die jüngeren Erwachsenen, die die neueren Filme kennen, bis hin zur Elterngeneration, die zur Originaltrilogie die Kinosäle stürmte. Für Neumeier hat das Format daher die Chance, Brücken zu denen zu bauen, die sich von der Kirche entfernt haben. Nach der Premiere auf Burg Feuerstein, die mit Beifall der Gläubigen endet, zeigen sich die Beteiligten um Diözesanjugendpfarrer Gerd Richard Neumeier zufrieden mit dem Ablauf. „Wir haben diese Wort-Gottes-Feier als eine Art Generalprobe genutzt, um zu sehen, wo man noch Kleinigkeiten justieren muss“, erklärt der Geistliche im Nachgang. Doch auch, wenn es an der ein oder anderen Stelle kleine Lacher gab, zum Beispiel, weil ein Lichtschwert im entscheidenden Moment seinen Geist aufgegeben hat, gehört das für Neumeier dazu. „Die Eucharistie ist die Feier des Lebens. Und da gehört eben auch ein bisschen Spaß dazu.“
„We are the World“ in Bad Staffelstein
Der „Star-Wars“-Gottesdienst gehört zu den buchbaren Gottesdiensten, die das Jugendamt der Erzdiözese Bamberg seit 2025 anbietet. Ein weiterer dieser Jugendgottesdienste steht unter dem Motto „We are the World“. Diesen zelebriert Diözesanjugendpfarrer Neumeier an diesem Samstag, 25. April, um 18 Uhr in der Pfarrkirche St. Kilian in Bad Staffelstein.
