Athen (KNA) – Die orthodoxe Mönchsrepublik Athos in Griechenland verzeichnet derzeit Rekorde bei den Besucherzahlen. Täglich würden zwischen 1.000 und 1.500 Gäste kommen, pro Woche mehr als 7.500 Pilger und Touristen, sagte der Zivilverwalter des Athos, Alkividias Stefanis, der griechischen Zeitung "Orthodoxi Alitheia". Das sei inzwischen auch eine enorme Belastung für die Klöster. Stefanis: "Sowohl die Klöster als auch die Mönche stoßen an ihre Grenzen, und auch das Straßennetz ist überlastet."
Angst vor Krieg
Grund für den großen Besucherstrom seien die die Kriege in der Ukraine und in Nahost und die unsichere Weltlage, so Zivilverwalter Stefanis. Stark steigende Besucherzahlen seien erstmals nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine 2022 zu verzeichnen gewesen, so die Stiftung Pro Oriente unter Berufung auf Stefanis.
Die gegen Russland verhängten Sanktionen veranlassten demnach viele Russen, ihre Pilgerreisen vom Heiligen Land zum Berg Athos zu verlegen. Diese Entwicklung habe sich dann mit den Kriegen und Konflikten im Nahen und Mittleren Osten verstärkt. Wegen Flugbeschränkungen hätten viele orthodoxe Pilger, vor allem im Ausland lebende Russen und Ukrainer sowie Rumänen, den Berg Athos als Ziel gewählt.
Sehnsucht nach Frieden
Eine allgemeine Unsicherheit und Angst, die in den vergangenen Monaten weltweit vorherrschten, spielten ebenfalls eine Rolle. Die Menschen glaubten, in der friedlichen und besinnlichen Atmosphäre der Halbinsel Athos Antworten auf ihre existenziellen Fragen zu finden, so der Zivilverwalter.
Die rund 335 Quadratkilometer große halbautonome Mönchsrepublik Athos befindet sich auf der östlichsten Landzunge der griechischen Halbinsel Chalkidiki. Aktuell leben auf dem Athos mehr als 2.500 Mönche. Die Mönchsrepublik setzt sich aus 20 Großklöstern und mehreren Skiten, klosterähnlichen Mönchsgemeinschaften, zusammen. Die Großklöster stellen auch die Regierung des autonomen Heiligen Berges.
