Köln (KNA) – Nach dem AfD-Unvereinbarkeitsbeschluss nun die Orientierungshilfe: Gerade mit Blick auf anstehende Wahlen will der Kolping-Verband seine Mitglieder in Diskussionen und bei der Organisation von Veranstaltungen unterstützen. Dazu hat der katholische Sozialverband am Dienstag auf seinem Internetportal ein Dokument mit Argumentationshilfen veröffentlicht.
In der "Orientierungshilfe zum Umgang mit der 'Alternative für Deutschland' (AfD)" skizziert der Sozialverband gesellschaftliche Konfliktlinien und mögliche Antworten darauf. Familie, Umwelt, Europa - Kolping zitiert Aussagen aus dem AfD-Grundsatzprogramm und ordnet sie ein. Tipps zum Umgang mit der AfD bei Kolping-Veranstaltungen und in sozialen Medien werden ergänzt durch Hinweise zum Umgang mit Stammtischparolen: "Dabei ist es wichtig, solche Aussprüche nicht im Raum stehen zu lassen. Denn wer schweigt, stimmt zu", heißt es dort - gefolgt von sechs ganz konkreten Verhaltenstipps.
Im November hatte Kolping mit einem "AfD-Unvereinbarkeitsbeschluss" klargestellt, der Verband stehe für eine demokratische, menschenwürdige und solidarische Gesellschaft. Für AfD-Nähe wolle man niemanden verurteilen. Dennoch rufe der Verband dazu auf, Haltungen und eigenes Handeln zu hinterfragen. Der Bundesvorstand warnte davor, "den Versprechungen von Rechtspopulist*innen und Rechtextremist*innen zu vertrauen und ihren politischen Zielen zu folgen". Gerade bei Wahlen gelte es, die Folgen für die Demokratie sowie das zivilgesellschaftliche und kirchliche Leben in Deutschland zu bedenken.
Völkischer Nationalismus nicht christlich
Die Deutsche Bischofskonferenz hatte im Februar 2024 rechtsextreme Parteien als für Christen nicht wählbar bezeichnet. Jede Form von völkischem Nationalismus sei unvereinbar mit dem christlichen Gottes- und Menschenbild. Insbesondere in der AfD dominiere inzwischen eine "völkisch-nationalistische Gesinnung". Wer rechtsextreme Parolen verbreite, vor allem Rassismus und Antisemitismus, könne in der Kirche weder haupt- noch ehrenamtlich mitarbeiten.
