
Hallerndorf (mas) – Hoch oben auf dem Berg, der einst „Hohenrode“ hieß und heute schlicht Kreuzberg genannt wird, steht sie: die gotische Wallfahrtskirche Heilig Kreuz, erbaut 1463 an Stelle einer bereits 1430 erwähnten Wallfahrtskapelle, im Auftrag der Herren von Seckendorff auf Schloss Hallerndorf. Über 560 Jahre alt – und lebendiger denn je.
Der Kreuzberg bei Hallerndorf war schon immer das Ziel frommer Pilger, die ihre Sorgen und Ängste zum gekreuzigten Erlöser trugen. In der Blütezeit der Kreuzbergwallfahrt waren bis zu 23 Wallfahrten an einem einzigen Tag bezeugt. Die 14 beziehungsweise 15 Außenstationen des Kreuzweges zeugen noch heute davon – anders als in vielen Kirchen wurden die Stationsbilder an der Außenmauer angebracht, weil schlicht kein Platz mehr in der Kirche war für all die Pilger, die kamen. Dann kam die Säkularisation. 1803 drohte dem Kreuzbergkirchlein das Schlimmste: der Abriss. Nur das mutige Eingreifen des Hallerndorfer Pfarrers Seuberth verhinderte den Abriss der Wallfahrtskirche während der Säkularisation. Beherztes Handeln – damals wie heute – hat diesen Ort gerettet und bewahrt. Der Hochaltar und die Seitenaltäre wurden 1737 / 38 gebaut, die Kanzel um 1775.
Kunsthistorisches Kleinod
Die Orgel auf der Empore hat neun Register und wurde bereits 1710 von einem unbekannten Orgelbauer gebaut. Ein kunsthistorisches Kleinod also – mitten in der fränkischen Hügellandschaft.
Und dann ist da noch der Rekord-Buchsbaum – der sogenannte „Champignon-Tree“, ein uralter, knorriger Buchsbaum auf dem Kirchengelände, der in seiner Form an einen Pilz erinnert und in seiner Art seinesgleichen sucht. Ein stiller Zeuge der Jahrhunderte, im Jahr 2024 von der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft e.V. (DDG) ausgezeichnet.
Jahrzehntelang schlummerte der Kreuzberg im Dornröschenschlaf. Doch seit Pfarrer Matthias Steffel vom Seelsorgebereich Unterer Aischgrund die Verantwortung für dieses Heiligtum übernommen hat, weht ein frischer Wind auf dem Berg. Mit Herzblut, Kreativität und einem feinen Gespür dafür, was Menschen bewegt, hat er den Kreuzberg zu einem Ort gemacht, der Gläubige und Ausflügler gleichermaßen anzieht.
