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Bischof Jung kündigt Erinnerungsort für Missbrauchsbetroffene an

Würzburg (KNA) – Noch in diesem Jahr soll es im Bistum Würzburg einen Erinnerungsort für die Überlebenden sexuellen Missbrauchs geben. Das kündigte der Würzburger Bischof Franz Jung am Freitag an. Er äußerte sich bei einer Pressekonferenz, in der das Bistum ein Jahr nach Erscheinen der Missbrauchsstudie für die Diözese den Stand der Aufarbeitung und neue Maßnahmen präsentierte.

 

Das Mahnmal solle auf dem Kiliansplatz neben dem Dom und damit im öffentlichen Raum errichtet werden, sagte Jung. Er sei dankbar, dass die Stadt Würzburg dies ermögliche und begleite. Weitere Details könne er noch nicht nennen. Zuständig für das Projekt sei der Betroffenenbeirat, der zu gegebener Zeit über die Umsetzung informieren werde.

 

Aufarbeitung bei Bischofsbesuchen

 

Zudem kündigte Jung an, auch bei den bischöflichen Visitationen mit den Gemeinden auf die Aufarbeitung von einschlägigen Fällen zu blicken. Dies soll ab Herbst 2027 im Rhythmus von fünf Jahren geschehen. Eine Visitation ist ein offizieller Besuch des Diözesanbischofs oder einer seiner Weihbischöfe in den Pfarreien des Bistums. "In diesem Rahmen wird es darum gehen, sensibel auf zurückliegende Fälle zu blicken und den Bedarf eines lokalen Aufarbeitungsprozesses zu sondieren."

 

Aufarbeitung sei kein Projekt, sondern brauche eine grundlegende Haltungsänderung, sagte Jung. Mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Vergangenheit sei nicht alles abgeschlossen. "Sie ist eine dauerhafte Aufgabe der Institution Kirche. Als solche ist und bleibt Aufarbeitung Chefsache."