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Landeskomitee der Katholiken in Bayern wird 75 Jahre

München (KNA) – Das Landeskomitee der Katholiken in Bayern besteht seit 75 Jahren. Das Jubiläum wird am 24. April bei der Frühjahrsvollversammlung des Gremiums in Augsburg gefeiert. Im Oktober soll es einen Staatsempfang in München geben.

 

Das Landeskomitee repräsentiert die in katholischen Räten, Verbänden und Vereinigungen engagierten Katholikinnen und Katholiken im Freistaat. Das Gremium besteht aus gewählten, entsendeten und berufenen Personen, insgesamt knapp 90 Menschen. Die katholische Kirche hat in Bayern rund 5,3 Millionen Mitglieder.

 

Bundesweit einmalig

 

Als "Landesausschuss der Katholischen Aktion in Bayern" wurde das Gremium am 28. April 1951 in Regensburg gegründet und später umbenannt. In anderen Bundesländern gibt es keine derartige Katholikenvertretung. Aktueller Vorsitzender ist der Nürnberger Volkswirt und Marktforscher Christian Gärtner (59).

 

In einem Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sprach sich Gärtner für weitere Reformen in der Kirche aus. Das Landeskomitee und alle Räte auf Ebene der Diözesen und Pfarreien bräuchten mehr Macht, dies gelte vor allem für Fragen der Verteilung von Geld aus der Kirchensteuer. Die Zeit einsamer Entscheidungen an der Spitze sollte vorbei sein. "Es muss demokratisch legitimierte Kontrollgremien geben."

 

Appell an Söder

 

An Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) appellierte Gärtner, den Staatsvertrag mit der katholischen Kirche neu zu verhandeln. Das Konkordat von 1924 müsse so geändert werden, "dass die bayerischen Katholiken endlich eine Mitsprache bei der Ernennung ihrer Bischöfe erhalten". Bisher liegt diese Entscheidung allein beim Papst.

 

Zu seinem Jubiläum erhält das Landeskomitee Glückwünsche aus Staatsregierung, Kirche und Zivilgesellschaft. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Gemeinde creativ" schreibt der bayerische Landeschef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Bernhard Stiedl, die katholische Soziallehre bleibe Kompass und Kraftquelle für gewerkschaftlich engagierte Christinnen und Christen. Das Landeskomitee stehe für "ein Christsein, das sich nicht in Sakristeien erschöpft, sondern auf Werkbänken, in Büros, Pflegeheimen und Klassenzimmern Gestalt annimmt".

 

"Netzwerker des Evangeliums"

 

Der Geschäftsführer des Bayerischen Bündnisses für Toleranz, Philipp Hildmann, stellt fest: Das Ringen um den gesellschaftlichen und politischen Umgang mit Migration und Asyl, Inklusion und Bildung, Klimaschutz, Missbrauch, Sonntagsruhe oder der Pandemie wäre ohne die "Sturmwarner" und "Netzwerker des Evangeliums" vom Landeskomitee deutlich ärmer, einseitiger und weniger menschenfreundlich ausgefallen.