Vatikanstadt/Algier (KNA) – Papst Leo XIV. hat die jüngste Kritik von US-Präsident Donald Trump an seiner Person zurückgewiesen. "Ich fürchte weder die Trump-Regierung noch das offene Aussprechen der Botschaft des Evangeliums", sagte er am Montag vor Journalisten. Er sei kein Politiker und wolle sich nicht auf eine Debatte mit Trump einlassen. "Aber wir glauben als Friedensstifter an die Botschaft des Evangeliums."
Seine Botschaft sei immer gewesen, den Frieden zu fördern, erklärte das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken. Dies sage er allen Staats- und Regierungschefs der Welt, nicht nur Trump. "Wir versuchen stets, Kriege zu beenden und Frieden und Versöhnung zu fördern." Er werde dies auch weiterhin tun, bekräftigte der Papst. Diese Botschaft sollte nicht missbraucht werden, "wie es manche tun", so der erste US-Amerikaner im Papstamt.
Trump: "Leo schadet der Kirche"
Trump hatte in der Nacht auf Montag auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, Leo XIV. sei "SCHWACH im Umgang mit Kriminalität und eine Katastrophe in der Außenpolitik". Zuvor hatte sich das Kirchenoberhaupt wiederholt kritisch über Kriegsrhetorik und Kriegsführung des US-Präsidenten geäußert.
"Leo sollte dankbar sein", so Trump weiter. "Wäre ich nicht im Weißen Haus, wäre Leo nicht im Vatikan", behauptete er. "Er stand auf keiner Liste der Papstkandidaten und wurde von der Kirche nur deshalb dort draufgesetzt, weil er Amerikaner war und man dachte, das wäre der beste Weg, um mit Präsident Donald J. Trump umzugehen."
Trump warf seinem Landsmann vor, sich selbst und der Kirche mit seiner "laschen" Haltung zu schaden: "Leo sollte sich als Papst zusammenreißen, seinen gesunden Menschenverstand einsetzen, aufhören, der radikalen Linken nach dem Mund zu reden, und sich darauf konzentrieren, ein großer Papst zu sein, kein Politiker".
"Deklaration der Ohnmacht"
In einer ersten Reaktion aus dem Vatikan hatte sich am Morgen bereits der Untersekretär in der Kulturbehörde des Vatikans, Antonio Spadaro, geäußert. Er bezeichnete Trumps Verbalattacke als "Deklaration der Ohnmacht". "Wenn politische Macht eine moralische Stimme attackiert, dann liegt es oft daran, dass sie diese Stimme nicht in ihre Schranken weisen kann", erklärte der Jesuit über Soziale Medien.
Auch die US-Bischöfe verurteilten die Äußerungen Trumps. "Ich bin bestürzt darüber, dass der Präsident derart abfällige Worte über den Heiligen Vater gewählt hat", heißt es in einer Mitteilung vom Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Paul Coakley. Der Papst sei weder ein Gegner des US-Präsidenten, noch ein Politiker. "Er ist der Stellvertreter Christi, der aus der Wahrheit des Evangeliums spricht und für das Heil der Seelen eintritt", so der Erzbischof von Oklahoma City.
Trump porträtiert sich als Christus
Es ist derweil nicht die einzige umstrittene religiöse Stellungnahme des US-Präsidenten. Parallel zur Papstkritik veröffentlichte Trump auch ein KI-generiertes Bild von sich, das ihn selbst als Verkörperung von Jesus Christus offenbar bei der Heilung eines Kranken zeigt - samt US-Pathos um ihn herum.
