
Bamberg (kem) – Der letzte Ton hallte noch lange nach im ausverkauften E.T.A.-Hoffmann-Theater ehe sich die angespannte Stille im Publikum in großen Applaus und stehende Ovationen entlud. Mit seinem zweiten Benefizkonzert hatte das „BOB – Benefizorchester Bamberg“ erneut die Herzen seiner Zuhörerinnen und Zuhörer erreicht und holte sich das verdiente Lob ab.
Vorangegangen waren über zwei Stunden musikalischer Höchstleistung. Das 54-köpfige symphonische Blasorchester unter der Leitung von Dirigent Christian Lang nahm „die Bretter, die die Welt bedeuten“ zum Anlass und präsentierte ein Programm, das eine bunte Mischung aus Broadway- und Musical-Klassikern sowie Filmmusik enthielt. Nach der passenden Ouvertüre „Curtain Up“ (zu deutsch: „Vorhang auf“) im Stile der 20er-Jahre-Revues wechselten sich ruhige Stücke wie „Way Down Blues“ mit Bassposaunist Tobias Zanner als Solist oder „As The Moon Whispers“ sowie wilde Nummern wie etwa das Stummfilm-Medley „Charles Chaplin“ oder „The Quest“ ab.
Rockig wurde es mit den bekannten Hits von Robbie Williams beim Medley „Let Me Entertain You“, ehe Andreas Putz gefühlvoll am Solo-Flügelhorn „Someone Like You“ aus dem Musical „Jekyll & Hyde“ intonierte. Mit dem verrückten Queen-Hit „Innuendo“ – einer Mischung aus Rock, Oper und Flamenco – sowie einem „Starlight Express“-Medley endete der offizielle Teil. Doch die Zuschauerinnen und Zuschauer ließen das Orchester nicht ohne zwei Zugaben – Blues Brothers und Memory – gehen.
Zwischen den Stücken moderierten Deborah Hüller, Dominique und Benjamin Kemmer sowie Johannes Luft durch das Konzert. Diese vier waren es auch, die gemeinsam mit Dirigent Lang das zweite Benefizkonzert auf die Beine stellten. Was als einmalige Idee von ein paar Freunden vor zwei Jahren im Zirkus Giovanni seinen Auftakt fand gipfelte nun in diesem einzigartigen Konzert im E.T.A.-Hoffmann-Theater, einer Spielstätte, die eher selten Orchester beherbergt – zuletzt im Jahr 2008 bei einem Auftritt der Strauß-Gesellschaft. Oder wie es ein Theater-Mitarbeiter ausdrückte: „So viele Leute hatten wir auch noch nie auf der Bühne.“
Finanziell gefördert wurde das Konzert durch Mittel aus dem Unterstützungsfonds der Stadt Bamberg. Dadurch gingen erneut sämtliche Eintrittsgelder sowie die weiteren Spenden des Publikums – wie bei der ersten Auflage – an die Stiftung Zirkus Giovanni, die es sich zum Auftrag gemacht hat, die Jugend- und Bildungsarbeit der Salesianer Don Boscos im Don Bosco Jugendwerk in Bamberg im umfassenden Sinne zu fördern. Durch ihren Einsatz werden benachteiligte junge Menschen durch schulische und außerschulische Maßnahmen gefördert. Eine hiervon ist die Zirkuspädagogik, die seit 1995 im Zirkus Giovanni weit über 20 000 Kinder und Jugendliche erreicht hat.
Die Verantwortlichen der Stiftung um die beiden Vorstände Emil Hartmann und Petra Heckel freuten sich daher, dass das „BOB“ nach 2024 erneut ein Konzert zugunsten der Stiftung auf die Beine stellte. Waren es vor zwei Jahren noch 5555 Euro, so konnte in diesem Jahr die stolze Summe von 9333 Euro an die Stiftung übergeben werden. Gemeinsam mit Schirmherr Jonas Glüsenkamp überreichten die „BOB“-Organisatoren den Spendenscheck. Ob es noch eine dritte Auflage des Benefizkonzertes geben wird, ließen die Verantwortlichen offen. Für benachteiligte Kinder und Jugendlichen jedenfalls wäre es ein Segen.
