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"Wir haben es geschafft"

Erzbischof Herwig Gössl segnete die neuen Räume während des Festgottesdienstes zur Einweihung des runderneuerten Pflegezentrums St. Otto im Hain. Foto: Benjamin Kemmer
Erzbischof Herwig Gössl segnete die neuen Räume während des Festgottesdienstes zur Einweihung des runderneuerten Pflegezentrums St. Otto im Hain. Foto: Benjamin Kemmer

Bamberg (kem) – Am 10. April 2019 fand der erste Bauherren-Jour-Fixe für das Pflegezentrum St. Otto statt. Knappe sieben Jahre später – am 6. Februar 2026 – endete mit dem 50. Jour Fixe eine lange Phase der Baustelle. Und nun, Anfang März, konnte es endlich offiziell eingeweiht werden: Das Caritas Pflegezentrum St. Otto. 

 

Mit einem festlichen Gottesdienst in der Hauskapelle, zu dem neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Einrichtung auch Bewohnerinnen und Bewohner sowie Ehrengäste eingeladen waren, wurde das Haus seiner Bestimmung übergeben. Erzbischof Herwig Gössl segnete die neuen Räumlichkeiten sowie alle, die darin arbeiten und wohnen. In seiner Predigt würdigte der Bamberger Oberhirte die Kapelle als wichtigsten Ort des Hauses. Dies sei nicht nur architektonisch so, da die Kapelle im Erdgeschoss die Grundmauern für die anderen Stockwerke bilde. „Auch ideell ist dieser Raum das Fundament des Hauses“, so Gössl. „Er zeigt, Gott ist immer bei uns auch wenn wir an die Grenzen unserer Kräfte stoßen. Sei es im Alter oder in Krankheit.“

 

Laut dem Erzbischof trage Gott uns auch trotz unserer Schwächen und Unzulänglichkeiten. „Die menschlichen Fähigkeiten sind begrenzt, das merken wir gerade jetzt wieder in Zeiten der Kriege. Und dennoch sehen wir: Christus bleibt gegenwärtig – auch hier in dieser Kapelle und diesem Heim“, schloss Gössl. 

 

Gemeinsam mit Domvikar und Caritas-Aufsichtsratsvorsitzendem Gerd Richard Neumeier, dem Leitenden Pfarrer des Seelsorgebereichs Bamberger Westen, Helmut Hetzel, Pfarrer i. R. Andreas Eckler – selbst ein Bewohner des Ottoheims – und der evangelischen Pfarrerin Doris Schirmer-Henzler ging Gössl im Anschluss durch den Neubau und segnete alle Räume. 

 

In seiner anschließenden Festrede betonte Diözesan-Caritas-Direktor Michael Endres, dass es in Zeiten großer Herausforderungen für die stationäre Pflege ein starkes Zeichen sei, das der Diözesan-Caritasverband sowie die Caritas gGmbH St. Heinrich und Kunigunde als Träger diese große Investition getätigt hätten. Das Haus sei stets gut belegt und auch als Ausbildungsstandort mit aktuell 21 Auszubildenden und als Pilot-Standort für das Projekt „Leading Nurse“ gefragt. „Und wir haben hier tatsächlich keinen Fachkräftemangel. Das habe ich als Caritas-Direktor auch noch nie sagen dürfen“, betonte Endres abschließend.

 

Einrichtungsleiterin Barbara Blecha erklärte, dass das Damoklesschwert „Baumaßnahme im laufenden Betrieb“ bereits einige Jahre vor dem tatsächlichen Baubeginn über den Köpfen aller in der Einrichtung schwebte. Und daher dankte sie auch von Herzen sowohl den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie allen Mitarbeitenden und auch den Nachbarn für die Geduld und Flexibilität, die sie die letzen Jahre aufbringen mussten. Bis zum Morgen der Einweihungsfeier wurde noch fleißig im Haus gewerkelt. „Das Kreuz, das Sie im Eingangsbereich sehen, wurde noch heute früh vom Schreiner aufgehängt“, erklärte Blecha, die auch den Kraftakt von über 50 Um- und Einzügen in den vergangenen Wochen hervorhob. Am Ende sei sie aber genauso wie alle im Ottoheim glücklich, dass man nun ein solches Schmuckstück hier stehen habe. Daher beendete sie den offiziellen Teil mit den Worten „Wir haben es geschafft.“

 

Im Anschluss konnten sich die Gäste selbst bei Führungen einen ersten Eindruck des Neubaus, der neben 100 Heimplätzen auch zehn Plätze im Bereich „Young Care“ bietet, verschaffen. Auch die angeschlossenen Einrichtungen, wie das Stadtteilmanagement „Care im Quartier“ oder die Jugendhilfe stellten sich vor.