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Gute Geschichten zum Geburtstag

Am Lagerfeuer: Das Team des Caritas-Pirckheimer-Hauses hat in den vergangenen Wochen und Monaten intensiv am neuen Programm der Bistumsakademie gearbeitet. Foto: Bernd Buchner
Am Lagerfeuer: Das Team des Caritas-Pirckheimer-Hauses hat in den vergangenen Wochen und Monaten intensiv am neuen Programm der Bistumsakademie gearbeitet. Foto: Bernd Buchner

Nürnberg (buc) – In diesen Tagen begeht das Caritas-Pirckheimer-Haus (CPH) in Nürnberg seinen 65. Geburtstag – bis vor kurzem war dies in Deutschland das Renteneintrittsalter, doch die Bistumsakademie hat keineswegs vor, sich zur Ruhe zu setzen: im Gegenteil. Jüngst stellten die Verantwortlichen das Programm für die Zeit bis zu den Sommerferien vor. Es steht unter dem Leitwort „Gute Geschichten“ und listet mehr als 100 Veranstaltungen auf, darunter Vorträge, Diskussionen, Workshops, Führungen und Ausstellungen.

 

Gegen die Echokammern

 

Auf der Titelseite des Programmhefts erhellt ein funkensprühendes Lagerfeuer die Nacht – die Flamme als Stätte der Zusammenkunft, der Begegnung, des echten Meinungsaustauschs, ein Kontrapunkt zu den abgrenzenden Social-Media-Blasen und Echokammern der Gegenwart, wie CPH-Direktor Siegfried Grillmeyer sagt: „Wir brauchen es, uns gute Geschichten zu erzählen.“ Dazu zählt für den Chef und sein Team naturgemäß auch die frohe Botschaft, das Evangelium.

 

Zu den Angeboten der nächsten Monate zählt zum Beispiel im Ressort Kunst-Kultur-Teilhabe, das von Diana Löffler verantwortet wird, eine Reihe von Führungen in Kooperation mit dem Germanischen Nationalmuseum, bei denen sich die Geschichten hinter ausgewählten Exponaten entdecken lassen. Am 19. Mai stellen Lea Schmocker und Izabella Effenberg bei einer musikalischen Lesung die lange übersehene Schriftstellerin Adelheid Duvanel (1936-1996) vor.

 

Im Ressort Gesellschaft-Solidarität-Nachhaltigkeit, das Marica Münch und Franziska Seitz betreuen, greifen etliche Veranstaltungen die Themen Diskriminierung und Rassismus auf, etwa ein „Buchclub“ am 25. März im Rahmen der Wochen gegen den Rassismus. Eine dreitägige Ferienfreizeit für Kinder von sieben bis elf Jahren vom 7. bis 9. April steht unter dem Motto „Gregs Tagebücher: Erlebe die lustigen Abenteuer des Comic-Helden“.

 

Erster Höhepunkt im Ressort Theologie-Spiritualität-Philosophie, für das der stellvertretende CPH-Chef Claudio Ettl verantwortlich zeichnet, ist der Nürnberger Medientag, zu dem am 26. März Jürgen Erbacher erwartet wird (siehe Seite 26). Elmar Koziel, geistlicher Rektor in Vierzehnheiligen, trägt am 18. Juni „Gedichte, die das Leben schrieb“ vor. Und die Karikaturenausstellung „Mester malt Matthäus“, die zurzeit im Bamberger Bistumshaus St. Otto zu sehen ist, wird im CPH ab 15. Juni gezeigt.

 

Spielen für Menschenrechte

 

Im Ressort Menschenrechte-Demokratie-Erinnerungsarbeit, für das Martin Stammler zuständig ist, befassen sich mehrere Onlinevorträge mit geschichtspolitischen Strategien der extremen Rechten. Am 21. April referiert der emeritierte Juraprofessor Karl-Georg Loritz über das Bundesverfassungsgericht. Eine Premiere gibt es am 8. Mai, dem Tag des Weltkriegsendes: einen Preisschafkopf für Menschenrechte. Der Abend verspricht Spannung und Geselligkeit, der Erlös geht vollständig an Menschenrechtsorganisationen.

 

Ein „Leuchtturmprojekt“ (Claudio Ettl) findet sich gleich zwei Mal im aktuellen CPH-Programm: die „lebendige Bibliothek“ am 30. April und 21. Mai. Statt Büchern stellen sich dort spannende Persönlichkeiten mit ihren Geschichten und Schicksalen vor – in jeweils kleiner Runde und vertraulicher Atmosphäre begegnen sich dort Menschen, die sonst vermutlich nicht zusammenkommen würden.

 

Das CPH verzeichnet nach wie vor großen Zuspruch beim Publikum. Allein die Veranstaltungen der Erwachsenenbildung besuchen jedes Jahr etwa 20 000 Menschen. Seitens des Erzbistums spüren die Verantwortlichen Rückhalt und Wohlwollen gegenüber der Bildungsarbeit der Einrichtung. Der Zuschuss aus Bamberg beträgt 800 000 Euro im Jahr. Allein die Personalkosten liegen bei rund 1,5 Millionen Euro, so dass das CPH auf Eigeneinnahmen und Drittmittel angewiesen ist.