Washington (KNA) – Der jüngste Anschlag auf eine Synagoge im US-Bundesstaat Michigan hat auch in der katholischen Kirche Trauer und Empörung ausgelöst. Der Erzbischof von Detroit, Edward Weisenburger, erklärte: "Wir stehen in Solidarität mit unseren jüdischen Brüdern und Schwestern." Ein Angriff auf eine Glaubensgemeinschaft verletze alle Gläubigen. "Gemeinsam beten wir für ein Ende der Gewalt und für einen tieferen Frieden in unserer Welt", so der Geistliche.
Am Donnerstag war ein aus dem Libanon stammender bewaffneter Mann mit einem Lkw in die Synagoge des Detroiter Vororts West Bloomfield gerast. Er starb bei einem anschließenden Schusswechsel mit Sicherheitskräften. Die Polizei sprach von einem "gezielten Gewaltakt gegen die jüdische Gemeinde". Zum Tatzeitpunkt hätten sich 140 Kinder in der Vorschule des Gotteshauses aufgehalten. Das schnelle Eingreifen des Sicherheitspersonals habe Schlimmeres verhindert. Die Reformsynagoge Temple Israel gilt als eine der größten des Landes und zählt rund 12.000 Mitglieder.
Zahlreiche Vorfälle in mehreren Ländern
Unterdessen verdichten sich die Anzeichen, dass die Attacke in Zusammenhang mit dem andauernden Nahostkrieg steht. US-Medien berichteten, dass der getötete Angreifer bei einem israelischen Luftangriff auf sein libanesisches Heimatdorf vor einigen Tagen mehrere Verwandte verloren habe. Offiziell bestätigt wurde dies bisher nicht.
Nicht nur in den USA sind jüdische Einrichtungen angesichts des Kriegs offenbar verstärkt ins Visier mutmaßlicher Terroristen geraten. In Kanada etwa gab es zuletzt mehrere Schusswaffenangriffe. Am Freitag kamen Berichte über einen Brandanschlag auf eine niederländische Synagoge hinzu. Verletzt wurde dabei niemand.
