Erfurt (KNA) – Der Erfurter Altbischof Joachim Wanke ist tot. Er starb am Donnerstagmorgen im Alter von 84 Jahren in Erfurt, wie das Bistum mitteilte. Wanke stand von 1981 bis 2012 an der Spitze des Erfurter Kirchengebiets, das Papst Johannes Paul II. 1994 zum Bistum erhob. Wanke zählte zu den prägendsten katholischen Bischöfen im Osten Deutschlands. Geschätzt wurde sein theologischer Sachverstand ebenso wie sein seelsorgerisches Einfühlungsvermögen. Wanke war vergangene Woche ins Krankenhaus gebracht und wenige Tage später auf die Palliativstation verlegt worden.
Bischof Ulrich Neymeyr würdigte seinen Vorgänger als "einen bedeutenden Bischof und Theologen, von dem wegweisende und ermutigende Impulse nicht nur für das Leben der katholischen Kirche in der Diaspora Ostdeutschlands ausgegangen sind, sondern auch für das Leben in der katholischen Kirche in Deutschland". Zur Zeit der SED-Diktatur habe seine klare Haltung mit stets wohlgewählten Worte vielen Christen Mut und Zuversicht vermittelt. Neymeyr würdigte zudem Wankes Einsatz bei den gesellschaftlichen und kirchlichen Herausforderungen, die die friedliche Revolution 1989 und die Wiedervereinigung Deutschlands mit sich brachten.
Über 30 Jahre Bischof
Wanke wurde am 4. Mai 1941 in Breslau (Schlesien) geboren und kam durch die Vertreibung im Zweiten Weltkrieg mit seiner Familie nach Thüringen, wo er in Ilmenau aufwuchs. 1966 empfing er durch Bischof Hugo Aufderbeck im Erfurter Dom die Priesterweihe. 1980 ernannte Papst Johannes Paul II. ihn zum Weihbischof in Erfurt mit dem Recht der Nachfolge. Nach dem Tod Aufderbecks am 17. Januar 1981 trat er dessen Nachfolge als Apostolischer Administrator in Erfurt und Meiningen an. 1994 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof des neu gegründeten Bistums Erfurt. Seit Oktober 2012 war Wanke im Ruhestand, blieb aber weiter ein gefragter Redner, Ratgeber und Beobachter kirchlicher und gesellschaftspolitischer Entwicklungen.
