Nürnberg (KNA) – Ein grauer Kasten mit blinkenden lila Lichtern putzt seit kurzem den Boden der Nürnberger Sebalduskirche. Der Industrie-Saugroboter mit dem Namen "Fegefeuer" kümmert sich um den Abrieb, den die rund 500.000 Besucher pro Jahr auf dem Boden der ältesten Pfarrkirche Nürnbergs aufwirbeln, wie der Bayerische Rundfunk berichtete. In Kombination mit der feuchten Luft setze sich dieser Staub auf Kunstwerken und der Orgel ab. Jedes Jahr sei daher aufwendige Reinigung durch Fachpersonal nötig. Dem Bericht zufolge ist der Einsatz eines solchen Roboters bayernweit einzigartig.
Der zuständige Pfarrer Martin Brons zeigte sich auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit dem bisherigen Einsatz von "Fegefeuer" sehr zufrieden. Der Roboter putze "wirklich unwahrscheinlich gut". Seit zwei Wochen übernehme er diese Aufgabe nun schon und führe dreimal pro Woche eine systematische Reinigung durch. "Die Besonderheit ist ja bei uns, dass der Boden aus dem typischen Nürnberger Sandstein ist und der Sandabrieb durch den Saugroboter jetzt unmittelbar aufgekehrt wird", so Brons.
"Fegefeuer" schlägt "Bruder Staub"
Ob die Staubprobleme an Wänden, Kunstwerken und der Orgel durch den Einsatz von "Fegefeuer" tatsächlich weniger werden, muss sich nach Auskunft des Pfarrers aber erst noch zeigen. Der Ostchor der Kirche sei erst in den vergangenen zwei Wochen durch Konservatoren gereinigt worden, dafür gebe es "leider keine Lösung, die in Richtung Saugroboter geht". Das Ergebnis dieser händischen Reinigung sei "wirklich krass".
Über den Namen des Roboters konnten die User laut dem Bericht in den sozialen Medien abstimmen. "Fegefeuer" setzte sich dabei gegen andere Vorschläge wie "Frater pulvis" ("Bruder Staub") oder "Custos pavimenti" ("Wächter des Fußbodens") durch.
