
Forchheim (bp) – Mit Musik, Sekt und Imbiss hat die Caritas ihr neues Projekt an den Start gebracht: den „Treffpunkt Pflege“. Verortet in Hetzles, im ehemaligen Gasthaus Schwarzer Adler, wird es für den Sozialraum im südlichen Landkreis Forchheim offen stehen – mit dem Ziel Pflegebedürftigkeit zu verhindern oder hinauszuzögern und Menschen möglichst lange ein Wohnen zu Hause zu ermöglichen; Ein gutes Leben im Alter: in Würde, mit Teilhabe, selbstbestimmt.
Eingebunden in das Projekt im Rahmen des Förderprogrammes Gute Pflege in Bayern des Bayerischen Landesamtes für Pflege sind unter anderem die Gemeinden Hetzles, Dormitz, Neunkirchen am Brand und Effeltrich.
Warum ein solcher Treffpunkt notwendig ist, machte der Vorstand des Regionalcaritasverbandes Bamberg-Forchheim, Peter Ehmann, deutlich. „Es gibt keinen Ausbau von Pflegeheimplätzen, keine Kurzzeitpflegeplätze. Es gibt einen Entwicklungsstopp beim Ausbau von Tagespflegen und eine Stagnation und sogar einen Rückbau ambulanter Pflegedienste.“ Doch nicht genug, die soziale Infrastruktur erodiere, die Vereinsamung nehme zu. Das Ehrenamt sei überfordert und Familienstrukturen würden brüchiger. Die Zahl an Demenz Erkrankter nehme zu. Die Pflegekosten steigen und steigen.
Aktiv werden
Aktiv werden und nicht warten laute daher das Gebot der Stunde – und Motto des Treffpunkts Pflege, das mit fünf Schwerpunkten umgesetzt werden soll.
Erster Schwerpunkt des offenen Begegnungs- und Beratungsortes: die Pflegeprävention. Sie hat das Ziel Pflegebedürftigkeit zu verzögern, vorhandene zu stabilisieren. Dazu möchte der Pflegestützpunkt Impulse vor Ort aufgreifen und geben, die helfen, die psychische, physische und soziale Gesundheit zu erhalten. Möchte aufzeigen, was kann helfen vor dem Schlaganfall, vor der Demenz, vor der Einsamkeit, der Depression, der eigenen Vernachlässigung oder vor dem nächsten Pflegegrad.
Die Entlastung durch niederschwellige Angebote ist ein weiterer Schwerpunkt. Dazu zählen beispielsweise Gesprächskreise, Selbsthilfegruppen für Pflegende Angehörige, soziale Aktivitäten, Bewegungsangebote, Kurse zu Hauskrankenpflege, oder Infoveranstaltungen zur Sturzprofilaxe.
Dritter Schwerpunkt ist der Blick auf die soziale Teilhabe, zum Beispiel durch IT-Sprechstunden.
Beratungsangebote – digital oder mit Hausbesuchen – bilden den vierten Schwerpunkt. Voraussichtlich zweimal wöchentlich soll der „Helping Point“ besetzt sein, bei dem es persönliche Unterstützung in Fragen zu Pflege, sozialen Leistungen und familiären Belastungen geht. Themen könnten hier sein: „Ist das schon Demenz?“„Wie kann man mit Depressionen im Alter umgehen? „Wie mit Aggressionen?“
Der fünfte Schwerpunkt ist schließlich die Weiterentwicklung eines Care-Netzwerkes, stabilisierender und unterstützender Strukturen sowie der Zusammenarbeit von Caritas, Kommunen und Bürgerinnen und Bürgern. Ein Netzwerk, das dazu beiträgt gute Lebensverhältnisse vor Ort zu gestalten.
Bereits zur Verfügung stehen laut Ehemann eine Caritas-Sozialstation, die Anbindung an zwei Tagespflegen mit eigenem Fahrdienst, ein Pflegeheim, die Fachstelle Pflegende Angehörige Caritas&Diakonie, Quartiersarbeit in Neunkirchen sowie der Pflegestützpunkt im Landratsamt.
Dank der Fördergelder für drei Jahre vom Landesamt für Pflege und der Unterstützung der Kommunen könne die Caritas als katholischer Verband neue Impulse setzen, betont der Vorsitzende. „Mitstreiter, Mitdenker, Mitbeweger – Hetzles und der Sozialraum südlicher Landkreis Forchheim machen sich mit dem Treffpunkt Pflege auf den Weg, sich aktiv dem sozialen Wandel zu stellen und können damit attraktive Rahmenbedingungen schaffen für ein gutes Leben im Alter.
Ehmann sprach seinen Dank an den Hetzleser Bürgermeister Michael Bayer und die Gemeinderäte für die gute Zusammenarbeit aus und freute sich über die große Zustimmung, die das Projekt im Gemeinderat erhalten hatte.
Bayer sieht in dem Projekt eine Chance. „Ich freue mich auf das Projekt“. Wichtig sei, dran zu bleiben, das Projekt weiterzuentwickeln, vorhandene Kontakte zu nutzen und die Gemeinschaft auch über die Ortsgrenzen hinaus zu fördern.
