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SOS-Kinderdörfer: Neue Aids-Epidemie steht bevor

Wien/Abuja (KNA) – Der Stopp der US-Entwicklungshilfe unterläuft laut der Organisation SOS-Kinderdörfer weltweit die Aids-Bekämpfung in Nigeria und Simbabwe. Viele Länder in Subsahara-Afrika erführen durch die Streichungen von US-Entwicklungsgeldern dramatische Einschnitte bei der Gesundheitsversorgung, erklärte die in Wien ansässige Organisation am Mittwoch.

 

Schon vor der Zerschlagung von USAID seien die Zahlungen der Entwicklungszusammenarbeit in Bezug auf die globale Gesundheit rückläufig gewesen. Der Wegfall von HIV/Aids-Programmen sei nun besonders bedrohlich. Laut Schätzungen könnte der Rückzug der USA nach Angaben von SOS-Kinderdörfer 6,6 Millionen mehr HIV-Neuinfektionen und rund drei Millionen zusätzliche Aids-Waisen zur Folge haben.

 

Nigeria und Simbabwe sind laut Bericht besonders von HIV betroffen. Der Leiter der SOS-Kinderdörfer Simbabwe, Makunura Addmore, wird mit den Worten zitiert: "Uns steht eine neue Aids-Epidemie bevor. Schon jetzt kommt es vielerorts zu Behandlungsunterbrechungen; die HIV-Übertragungen werden zunehmen."

 

Hilfe für Millionen Erkrankte

 

In Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, leben - nach Südafrika - die meisten von HIV betroffenen Menschen. Bislang hatte PEPFAR, das weltweit größte Hilfsprogramm der USA zur Aids-Bekämpfung, laut SOS-Kinderdörfer rund 90 Prozent der HIV-Behandlungskosten übernommen und damit 1,6 Millionen Menschen von zwei Millionen Erkrankten geholfen.

 

Der Finanzbeauftragte der SOS-Kinderdörfer Nigeria, Chijioke Nwakaudu, sagte, die Versorgung mit HIV-Medikamenten gerate immer mehr ins Stocken. Stark betroffen sei auch der Bereich Mutter-Kind-Gesundheit. So sei die Müttersterblichkeit im Norden des Landes schon jetzt zehnmal so hoch wie im Süden. 2024 habe USAID mehr als die Hälfte aller Gesundheitsprogramme im Norden getragen. Durch die Streichungen werde die Zahl der Todesfälle weiter steigen.