Fürth (KNA) – Die Zahl ärztlich assistierter Suizide ist in Bayern kontinuierlich gestiegen. 2020 zählte das Statistische Landesamt in Fürth neun Fälle, 2024 waren es laut Mitteilung vom Donnerstag 235. Das bedeutet: Jeder achte Suizid war assistiert.
Anders als bei konventionellen Suiziden kämen sie häufiger bei Frauen als bei Männern und verstärkt im höheren Alter vor, hieß es. Dabei spielten meist schwere körperliche Vorerkrankungen wie Krebs, Parkinson und Multiple Sklerose eine wichtige Rolle. Fast ein Drittel der assistierten Suizide entfällt demnach auf Frauen über 80 Jahre.
Langfrist-Trend zeigt nach unten
Insgesamt nimmt die Zahl der Selbsttötungen im Freistaat seit den 1980er Jahren ab. Allerdings sind die Zahlen seit 2021 wieder leicht gestiegen. Sie haben aber bisher nicht das Niveau von 1981 erreicht. Damals gab es 24 Suizide pro 100.000 Einwohner, 2024 waren es 13.
Seit 2020 ist es durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts rechtlich möglich, bei Vorliegen eines ärztlichen Gutachtens in freier Verantwortung sich das Leben zu nehmen und dabei helfen zu lassen, etwa durch Bereitstellung einer giftigen Substanz. Nach Einschätzung der Statistiker lässt sich derzeit noch nicht absehen, ob assistierte Suizide andere Methoden der Selbsttötung ersetzen oder eine zusätzliche Gruppe bilden.
