Berlin (KNA) – Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) will die Erfolge deutscher Entwicklungszusammenarbeit stärker in den Vordergrund stellen. Während diese Erfolge im Ausland klar gesehen würden, würden sie im Inland oft hinterfragt, sagte Alabali Radovan am Dienstagabend in Berlin. Die Welt sei im Umbruch, und in diesen Zeiten wachse das Bedürfnis nach Verlässlichkeit, nach Vertrauen, nach Partnern, die Wort hielten.
Deutschland werde als berechenbar, pragmatisch und verlässlich angesehen, und dieses Vertrauen sei eine der wertvollsten Ressourcen der Bundesrepublik in der Welt. Sie habe es satt, die Mittelkürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere in den USA, aber auch in Europa zu bedauern. "Wir müssen ins Tun kommen", so Alabali Radovan.
"Militärische Stärke allein schafft keine nachhaltige Sicherheit", sagte die Ministerin. Es brauche Entwicklungszusammenarbeit für Prävention und Widerstandsfähigkeit. "Entwicklungspolitik stabilisiert Gesellschaften, bevor sie kollabieren, sie entschärft Krisen, bevor sie global werden." Entwicklungspolitik sei mehr als eine "soft power", sie könne zur "super power" werden.
Kramp-Karrenbauer: Mehr internationale Zusammenarbeit
Die Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Annegret Kramp-Karrenbauer, bekräftigte die Rolle von internationaler Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Außen und Innen müssten strategisch zusammengedacht werden. Dabei sei es wichtig, Erfolge zu benennen. Zugleich müsse auch stets rückgekoppelt werden, welche eigenen, deutschen Interessen mit der Entwicklungszusammenarbeit befriedigt würden. Das falle nicht immer leicht, aber sei nötig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Die Entwicklungsministerin plant eine umfassende Umstrukturierung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Sie soll fokussierter, strategischer und partnerschaftlicher werden. Die Zusammenarbeit mit den bestehenden Partnerländern wird fortgesetzt, aber in aufstrebenden Wirtschaften soll künftig mit Krediten gearbeitet werden. Die Bekämpfung von Hunger, Armut und Ungleichheit soll künftig vorrangig in Afrika finanziert werden. Weitere Ziele sind Friedensarbeit, auch durch die Bekämpfung von Fluchtursachen. Zudem plant das Ministerium mehr wirtschaftliche Kooperationen mit Ländern des Globalen Südens und mehr multilaterale Allianzen.
