Herzogenaurach (maw) – Das Fest Mariä Lichtmess ist in der vergangenen Woche gefeiert worden. Mit diesem Termin war schon immer viel Brauchtum verbunden. Die Kirche erinnert mit Lichtmess an die Darstellung Jesu am 40. Tag nach seiner Geburt im Tempel zu Jerusalem. Im Westen mehr als Marienfest – Mariä Reinigung – interpretiert, wird seit der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil mehr Gewicht auf den Charakter als Herrenfest (Darstellung des Herrn) gelegt.
Der Evangelist Lukas beschreibt das Geschehen im Tempel zu Jerusalem, in den sich Maria und Josef zur vorgeschriebenen Reinigung begeben hatten. Dort trafen sie auf Simeon, der in Jesus das Heil der Welt und „ein Licht, das die Heiden erleuchtet“, erkannte. Diese Lichtsymbolik ist eng mit dem Brauch der Kerzenweihe und Lichterprozession verknüpft, denn an diesem Tag wurde der gesamte Jahresbedarf an Kerzen einer Kirche feierlich geweiht. Neben den Altarkerzen erhielten auch alle von den Gläubigen mitgebrachten Kerzen und Wachsstöcke den kirchlichen Segen. Diesen Lichtmesskerzen wurde eine besonders große Wirkkraft für Haus und Hof, Mensch und Vieh nachgesagt. Man zündete diese bei Totenmessen und bei den Rorateämtern im Advent an.
