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Berufung fällt nicht vom Himmel

Den Gottesdienst, in dem um und für Berufungen gebetet wurde, zelebrierte Domvikar Tobias Löffler (rechts) gemeinsam mit Pfarrvikar Andreas Stahl. Foto: Andreas Kuschbert
Den Gottesdienst, in dem um und für Berufungen gebetet wurde, zelebrierte Domvikar Tobias Löffler (rechts) gemeinsam mit Pfarrvikar Andreas Stahl. Foto: Andreas Kuschbert

Coburg (ku) – Berufung fällt nicht vom Himmel oder findet statt, „weil ER es will“. Nach den Worten von Domvikar Tobias Löffler, dem Leiter der Diözesanstelle Berufe der Kirche braucht es vielmehr betende Hände und Menschen, die andere ermutigen und unterstützen, ihrer Berufung zu folgen. Das machte der 35-jährige Geistliche bei einem Gottesdienst in Coburg St. Augustin deutlich, in dem besonders für und um Berufungen gebetet wurde.

 

In seiner Predigt zeigte Tobias Löffler anhand von Erzählungen im Alten und Neuen Testament auf, wie Berufung erfolgen kann, angefangen von Jona über die Gottesmutter Maria bis hin zum Apostel Andreas. Sie folgten dem Ruf Gottes, dem Plan, den er mit ihnen hatte. „Aber so einfach ist es nicht mit der Berufung“, konstatierte der Domvikar. „Auf die Frage ,Warum sind Sie Priester geworden?‘ zu antworten, ,Weil Er es will‘, wäre zu einfach.“

 

Vielmehr müsse jeder und jede auf sich selber schauen, was man kann, was einem gefällt und ob man darin auch Gott entdeckt. Löffler: „Dann kann ich sagen, weil ich es will, gehe ich diesen Weg mit Gott.“ 

 

Der Leiter der Diözesanstelle Berufe der Kirche zeigte aber auch einen anderen Berufungsweg, eine andere Perspektive für Berufungen, auf. Dabei verwies er auf den Apostel Paulus, der in einem seiner ersten Briefe an die Korinther schrieb „Paulus, durch Gottes Willen berufener Apostel Christi Jesu“. 

 

So sei Paulus nach seinem Damaskus-Erlebnis drei Tage blind gewesen, „im übertragenen Sinn blind vor dem, was Gott mit ihm vorhat“, so Löffler. In diesem Zusammenhang bezeichnete er Gott als einen „Künstler, der von Anfang an eine Idee, einen Plan hat, wie sein Kunstwerk werden soll“. Dies werde auch bei Johannes dem Täufer sichtbar, der von Anfang an das Gespür hatte, wozu er im Leben bestimmt hat. „Konnte er wirklich Nein sagen?“ fragte Tobias Löffler.

 

Und er ging noch einmal auf das Bild von Gott als Künstler ein. So könne nach den Worten des Domvikars jeder sein Leben nach seinen Plänen und ohne Gott leben, „aber so schön, wie bei ihm wird es nie“. Tobias Löffler: „Gott hat Sitzfleisch und hält mir eine Idee immer wieder vor Augen, und am Ende sage ich dann: Er hat recht und jetzt mache ich es , wie er es will.“ 

 

Mit Blick auf die 1970er und 1980er Jahre verwies der Geistliche auf einen damals von den Jugendlichen oft gesagten Satz, nämlich „Wenn du es willst.“ Übertragen auf das Thema Berufung könnte man laut Tobias Löffler diesen Ausspruch auch deuten als „Ich sehe schon, dass Gott etwas anderes mit meinem Sohn oder meiner Tochter vorhat“. 

 

Und so ermutigte der Domvikar die Gottesdienstbesucher, ihre Kinder, Enkel oder Bekannte in ihrem Bestreben, einen pastoralen Beruf zu ergreifen, zu unterstützen, statt zu einem Bedenkenträger zu werden und den Plan zu blockieren. Tobias Löffler: „Trauen Sie sich und sagen Sie direkt: Ich glaube, dass Er es will.“ 

 

Am Ende des Gottesdienstes lud Löffler die Gottesdienstbesucher dazu ein, Mitglied in der Offfenen Gebetsgemeinschaft PWB, dem Päpstlichen Werk für geistliche Berufe im Erzbistum Bamberg, zu werden. Löffler: „Die Förderinnen und Förderer schaffen durch ihr regelmäßiges Gebet die Grundlage dafür, dass Berufungen geschenkt werden.“ In diesem Zusammenhang zeigte sich der Domvikar dankbar, dass Pfarrvikar Andreas Stahl, mit dem er den Gottesdienst in St. Augustin zelebrierte, sich bereit erklärt hat, künftig als Geistlicher Begleiter des PWB zu fungieren.