Berlin (KNA) – Der Sozialverband VdK hat die Diskussion um eine Einschränkung der Teilzeitregelungen für Arbeitnehmer kritisiert. Das sei kein sinnvoller Beitrag für eine gute Beschäftigungspolitik, erklärte dessen Präsidentin Verena Bentele am Montag in Berlin. Statt strukturelle Probleme wie fehlende Kinderbetreuung oder Pflegeinfrastruktur zu lösen, würden Arbeitnehmer unter Generalverdacht gestellt.
Die Forderung, Teilzeit nur noch in engen Ausnahmefällen zuzulassen, verkomme zur ungeheuerlichen Unterstellung, Arbeitnehmer seien faul und müssten zur Mehrarbeit gezwungen werden. Das sei eine Sicht, die mit der Lebenswirklichkeit von Millionen Teilzeitbeschäftigten nichts zu tun habe. "Teilzeitarbeit ist für viele kein Lifestyle, sondern Alltag: Viele vereinbaren Beruf, Familie und Pflege", so Bentele. Die Idee, das Teilzeitrecht zu kürzen, verkenne diese Realität und schiebe Verantwortung auf die Beschäftigten.
"Kein Recht auf Lifestyle-Teilzeit"
Der CDU-Wirtschaftsflügel will den Rechtsanspruch auf Teilzeit einschränken. Es gebe keinen Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit, so der Wirtschaftsflügel. Derzeit sind im Teilzeit- und Befristungsgesetz ein Anspruch auf Teilzeitarbeit und weitere Regelungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Teilzeit verankert. Voraussetzung für den Anspruch: Das Arbeitsverhältnis muss seit mehr als sechs Monaten bestehen und der Arbeitgeber muss in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigen.
