
Bamberg (kem) – Es gibt über 5000 davon in Bamberg. Die Rede ist von Einzeldenkmälern. Damit besitzt die Domstadt Europas größtes Flächendenkmal und ist nicht zuletzt auch deswegen 1993 zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt worden. Diese erstaunliche Anzahl belohnt nun auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) und gastiert am Sonntag, 13. September, in Bamberg zur bundesweiten Eröffnung des „Tags des offenen Denkmals“.
Aus diesem Grund überreichte Geras Oberbürgermeister Kurt Dannenberg, Gastgeber der bundesweiten Eröffnung im vergangenen Jahr den Staffelstab persönlich an Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke. Damit wird die Eröffnung des Tags des offenen Denkmals erstmals seit zehn Jahren wieder in Bayern gefeiert.
Ikonische Denkmale wie der Bamberger Dom, das Brückenrathaus oder die Alte Hofhaltung stehen exemplarisch für die Vielfalt erhaltenswerter Bauwerke in Bamberg. Die über 1000-jährige Altstadt ist ein hervorragend erhaltenes Beispiel für eine auf frühmittelalterlicher Grundstruktur entwickelte mitteleuropäische Stadt. Am Tag des offenen Denkmals erhalten Interessierte die einzigartige Möglichkeit, sonst nicht zugängliche Orte und Altbekanntes mit neuem Blick zu entdecken. Unter dem bundesweiten Motto „NetzWERKE: Denkmale und Infrastruktur“ werden auch in Bamberg viele Denkmale ihre Pforten öffnen und Initiativen ihre Arbeit vorstellen.
Größtes Kulturevent im Land
Auch Dr. Simon Geisler, Abteilungsleiter Bewusstseinsbildung bei der DSD, freut sich bereits auf diesen Tag. „Wir bringen jährlich deutschlandweit Millionen Menschen auf die Straßen und präsentieren über 6000 sonst nicht zugängliche Denkmale über die ganze Republik verteilt. Damit sind wir Deutschlands größtes Kulturevent.“
Als Gastgeber der bundesweiten Eröffnung des Tags des offenen Denkmals ist Bamberg ein positives Beispiel aktiver Denkmalpflege: Mit der 2003 gegründeten Stiftung Weltkulturerbe Bamberg unterstützt die Stadt private Eigentümer und Kulturprojekte nachhaltig. Wissenschaftliche Exzellenz bietet seit 2012 der eigenständige Lehrstuhl für Denkmalpflege an der Universität Bamberg, ergänzt durch das Kompetenzzentrum für Denkmalwissenschaften und Denkmalpflege (KDWT).
„Mit unserer reichen Denkmallandschaft, der hohen Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie der langjährigen Erfahrung in der Vermittlung von Baukultur bietet Bamberg ideale Voraussetzungen für die bundesweite Eröffnungsveranstaltung. Wir sind stolz, hier Gastgeber sein zu dürfen, und freuen uns auf viele Besucherinnen und Besucher am 13. September“, betont OB Starke.
Die Besucherströme kann Starkes Amtskollege aus Gera nur bestätigen. Selbst in einer touristisch nicht so geprägten Stadt wie der seinen, seien durch die bundesweite Eröffnung im vergangenen Jahr viele Blicke auf Gera geworfen worden. „Wir haben viele Gebäude aus der Gründerzeit vor denen die Interessierten am Denkmaltag Schlange gestanden hatten“, so Dannenberg. Trotzdem weiß er, dass er sich in diesem Punkt nicht mit Bamberg vergleichen kann, was für ihn die Staffelstab-Übergabe aber noch besonderer macht. „Es erfüllt uns mit Stolz, dass wir nun an eine Welterbe-Stadt übergeben dürfen, die weit über die Grenzen hinaus eine so hohe Bedeutung in der Kultur besitzt.“
„Markt der Möglichkeiten“
Diese besondere Bedeutung will Bamberg auch am Tag des offenen Denkmals herausstellen. Nach einem Festakt auf dem Maxplatz soll es dort auch ein umfang- und abwechslungsreiches Bühnenprogramm geben. Daneben soll der „Markt der Möglichkeiten“ eine Plattform für alle Institutionen sein, die sich in Bamberg mit dem Thema Denkmalschutz beschäftigen – von der Universität über die Bürgervereine bis hin zu Handwerksbetrieben. Eine Stempelrallye soll vor allem Familien mit Kindern ansprechen und auf diversen Schaubaustellen werden echte Sanierungsmaßnahmen gezeigt.
Ein besonderer Höhepunkt für dieses Jahr: Gleich zwei Denkmäler europäischen Ranges – die ehemalige Abteikirche St. Michael und das Schloss Geyerswörth – werden nach umfassenden Generalsanierungen wiedereröffnet. Die Abteikirche und andere Bereiche der ehemaligen Klosteranlage werden am Tag des offenen Denkmals präsentiert.
Für das geplante Stadtprogramm werden weitere Denkmalengagierte gesucht. Wer im Besitz eines Denkmals ist oder sich in Bamberg oder Umgebung für Denkmale engagiert, ist aufgerufen, sich am diesjährigen Tag des offenen Denkmals zu beteiligen und die entsprechenden Bauten einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Die Anmeldung erfolgt über den Service-Bereich der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Alle relevanten Informationen sind verfügbar unter www.tag-des-offenen-denkmals.de/veranstalter. Interessierte aus Bamberg und Umgebung können sich bei Fragen an Michael Krüger und Raymund Schmitz von der Unteren Denkmalschutzbehörde wenden ([email protected], Betreff: Tag des offenen Denkmals).
