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Für eine zukunftsfähige Pastoral

Die neu ausgesandten ehrenamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger zusammen mit den Referentinnen und Referenten des Ausbildungskurses. Foto: Caritasverband
Die neu ausgesandten ehrenamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger zusammen mit den Referentinnen und Referenten des Ausbildungskurses. Foto: Caritasverband

Bamberg (ejz) – Insgesamt 13 ehrenamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger wurden vor kurzem von der Caritas in der Erzdiözese Bamberg und dem Erzbischöfliche Seelsorgeamt in den Dienst ausgesandt.

 

Zwölf Frauen und ein Mann feierten im Rahmen eines Segnungsgottesdienstes gemeinsam mit ihren Familien-Angehörigen und den Verantwortlichen des Diözesan-Caritasverbandes Bamberg und des Erzbischöflichen Seelsorgeamtes den Abschluss ihres zehntägigen Ausbildungskurses. Mit der Qualifikation zum ehrenamtlichen Seelsorger beziehungsweise zur ehrenamtlichen Seelsorgerin in Seniorenzentren setzen die Organisatoren abermals ein starkes Zeichen für eine zukunftsfähige Pastoral und für das Ehrenamt.

 

Die Ausbildung gibt es seit 2019. Bis heute durchliefen insgesamt rund 40 Freiwillige – die Absolventinnen und Absolventen des jüngsten Trainings eingeschlossen – die Qualifikation. Ihre Einsatzorte verteilen sich über die gesamte Erzdiözese Bamberg. Dort leisten sie in Pflegeeinrichtungen und Seniorenzentren diesen wertvollen Dienst. Seniorenzentren sind Orte, an denen Menschen am Lebensabend nicht nur pflegerische Hilfe brauchen, sondern oft auch existentielle Fragen stellen. In den Caritas-Seniorenzentren kommt deshalb der Seelsorge eine ganz entscheidende Bedeutung zu. Allerdings wird sich Seelsorge, bedingt durch den gesellschaftlichen und kirchlichen Strukturwandel – und der macht auch vor den Altenheimen nicht Halt – anders aufstellen müssen. 

 

Neben den zahlreichen Haupt- und Ehrenamtlichen aus den Pfarreien, die schon jetzt unverzichtbare Dienste leisten, erbringen auch ehrenamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger mit ihrem Gesprächsangebot für Bewohnerinnen und Bewohner einen wertvollen Beitrag zur Pastoral in den Seniorenzentren.

 

Bestens vorbereitet

 

Für diese Aufgabe sind nun auch die Ehrenamtlichen, die jetzt ihre Ausbildung abgeschlossen haben, gut vorbereitet. Mit Hanna Bentzel und Anne Kurlemann unterstützen zwei ausgewiesene Fachfrauen als Referentinnen den Ausbildungskurs, der sich über sieben ein- und zweitägige Module erstreckte und von Volker Kandziora vom Seelsorgeamt, sowie von Horst Engelhardt vom Caritasverband organisiert und begleitet wurde. 

 

Neben den Trainings zur Gesprächsführung bearbeiteten die Teilnehmenden vor allem Themen, bei denen Glaubens- und Lebensfragen im Mittelpunkt standen und Menschen im Alter ganz besonders betreffen. Inhalte der einzelnen Seminare waren unter anderem die Auseinandersetzung mit religiösen Fragen und der persönlichen Glaubensgeschichte.

 

Außerdem beinhaltete der Kurs auch den direkten Austausch mit einer erfahrenen ehrenamtlichen Seelsorgerin und mit einer Einrichtungsleiterin. Besonderheit in diesem Jahr: Auch der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl ließ es sich nicht nehmen, den Kurs als Gesprächsgast zu besuchen.

 

Zuhören und fragen

 

Im Mittelpunkt des Segnungsgottesdienstes, der von Domkapitular Martin Emge, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im Erzbistum Bamberg, geleitet wurde, stand die biblische Erzählung von der Heilung des blinden Bartimäus. Vor diesem Hintergrund hob Emge in seiner Predigt die zentrale Bedeutung der Seelsorge im Altenheim hervor. 

So wie Jesus im Umgang mit dem blinden Bartimäus sich nicht abbringen lässt und da ist für den Menschen in seiner Not, so offen für Begegnungen sollten die frisch gekürten ehrenamtlichen Seelsorgenden sein. „Zuhören und fragen, was Menschen brauchen, ist eine elementare Voraussetzung in der Seelsorge“, sagte Emge.

 

Die Geschäftsführerin der Caritas gGmbH St. Heinrich und Kunigunde, Frederike Müller, verantwortlich für die Pflegeeinrichtungen in Caritas-Trägerschaft, dankte den Absolventinnen für ihren wertvollen Dienst in herausfordernden Zeiten. 

 

Wichtiges Angebot

 

Sie hob die Bedeutung von Beziehungen, Begegnungen und Gesprächen für Senioren hervor: „Die Möglichkeit, vom eigenen Leben zu erzählen, ist für Menschen im Alter ein emotionales Ventil. Deshalb ist die Seelsorge im Altenheim auch so ein wichtiges Angebot.“ Mit der Ausbildung in der ehrenamtlichen Seelsorge habe man dafür gute Rahmenbedingungen geschaffen. „Jetzt werden sie von den Bewohnerinnen und Bewohnern sehnlichst erwartet“, sagte Müller, die im Anschluss gemeinsam mit Ursula Kundmüller, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Caritasverbandes für die Erzdiözese Bamberg, und Domkapitular Martin Emge die Ausbildungsurkunden an die AbsolventInnen übergab.

 

Anschließend fand der Abschlusstag mit einer kleinen Stärkung, mit Begegnung, anregenden Gesprächen und mit einem Blick nach vorne einen würdigen Ausklang.

 

Neuer Kurs ab Herbst

 

Für den Herbst 2026 ist bereits der nächste Ausbildungskurs für ehrenamtliche Seelsorger und Seelsorgerinnen im Altenheim geplant. Nähere Informationen gibt es beim Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg, Horst Engelhardt, E-Mail: [email protected] oder im Seelsorgeamt der Erzdiözese Bamberg, Volker Kandziora, Referent für Altenpastoral im Seelsorgeamt der Erzdiözese Bamberg, E-Mail: [email protected].