· 

Das Gottesbild, das wir in uns tragen

Nürnberg (upd) – Die Bibel ist ein Buch voller Geschichten. Sie erzählen von Erfahrungen, die Menschen mit sich und ihrem Gott gemacht haben. Viele seien inhaltlich wertvoll, urteilt der Bamberger Theologe Ottmar Fuchs, doch es gebe auch andere, die man besser nicht lesen sollte, empfiehlt er seinem Publikum in der Nürnberger Klarakirche.

 

Die Bibelgeschichten kreisen um Gut und Böse – und um den Kampf dazwischen. Das sei das Charakteristische dieser Schrift, sagt Fuchs, der viele Jahre praktische Theologie an der Universität Tübingen lehrte. Er gibt aber zu bedenken: „Wie die Texte in einem selbst wirken, hängt an dem Gottesbild, das wir in uns tragen.“

 

Oft geht es um Zugehörigkeit. Wer dazu gehört, wird gerettet, wer nicht, den liebt Gott nicht, ist vom Heil ausgenommen. Das heißt: Gott entgrenzt im Heil, straft mit Liebesentzug. „Was für eine verhunzte Form von Liebe!“ wettert der Prediger und stellt klar: „Gott ist unerschöpflich in der Liebe. Er kennt da keine Grenze. Seine unendliche Liebe gehe einher mit Freiheit.“ Darüber fänden sich wunderschöne Texte in der Bibel.

 

Freiheit für andere Religionen

 

Meist werde hineinprojiziert, dass nur die, die glauben, geliebt werden. Bei Markus 16,16 steht: „Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet. Wer aber nicht glaubt, wird verurteilt werden.“ Solche Stellen würden ausgenutzt, um Bedrohungskulissen aufzubauen, erklärt Fuchs und spricht von einem „hinterhältigen Liebesanspruch auf Kosten der Freiheit“. Er stellt aber klar, auch anderen Religionen werde Freiheit gewährt – ohne jede Benachteiligung und Gefährdung.

 

Die Vorstellung von einem Gott, der nur die eigene Gefolgschaft meint, beinhaltet Gewalt, droht mit ewiger Verdammnis. Identitär, nennt es der Theologe, wenn man nur auf den eigenen Bereich blicke; dann wolle man den Rest vernichtet sehen. Beispiele für eine solche Haltung findet er auch in katholischen Messbüchern, Universalität des Heils – eher Fehlanzeige. Dabei feierten wir doch in jedem Gottesdienst „das Heil der ganzen Welt“, stellvertretend für die, die nicht können oder wollen.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 02/2026