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Keine Bundesmittel mehr für Potsdamer Garnisonkirche

Potsdam (KNA) - Der Bund stellt die finanzielle Förderung für die Stiftung Garnisonkirche Potsdam ein. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf zwei Anfragen der Potsdamer Bundestagsabgeordneten Isabelle Vandre (Linke) hervor, die der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt. Konkret heißt es in dem Schreiben von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos): "Es ist keine weitere Förderung mit Bundesmitteln beabsichtigt."

 

Mit Blick auf den weiteren Betrieb hieß es: "Es liegt in der Verantwortung der Stiftung, die Finanzierung des Betriebs dauerhaft sicherzustellen und etwaige Finanzierungslücken zu schließen." Vandre zufolge ergibt sich eine perspektivische Finanzierungslücke in Höhe von 300.000 bis 500.000 Euro pro Jahr für die Stiftung.

 

Kartenhaus und Täuschung

 

Vandre erklärte: "Der Plan des Stiftungsvorstandes, die langfristigen Finanzierungslücken mit Steuergeld zu stopfen, ist wie ein Kartenhaus in sich zusammengefallen. Der Bau der Kirchenturmkopie war von Anfang an von falschen Versprechungen und der Täuschung der Öffentlichkeit geprägt." Sie begrüße die Einstellung der Förderung.

 

Im August 2024 war der wiederaufgebaute Turm der Garnisonkirche eröffnet worden. Im vergangenen Jahr zog das neue Touristen-Highlight in der Landeshauptstadt rund 30.000 Besucherinnen und Besucher an, nur halb so viele, wie die Stiftung nach eigenen Angaben erwartet hatte. Die evangelische Landeskirche hatte die Stiftung daraufhin im vergangenen Jahr mit 250.000 Euro aus einem Notfallfonds bezuschusst.

 

Umstrittener Wiederaufbau

 

Die Garnisonkirche wurde 1945 von Bomben zerstört, die Ruine 1968 auf Veranlassung der DDR-Behörden gesprengt. 2017 begann der Wiederaufbau des Turms nach barockem Vorbild. Kritiker sehen in der historischen Garnisonkirche ein Symbol des Militarismus und befürchten mit Blick auf die Rekonstruktion des Turms eine Art Wallfahrtsort für Rechtsextreme. Die ehemalige preußische Militärkirche von 1735 ist vor allem mit dem "Tag von Potsdam" im März 1933 verbunden, als Reichspräsident Paul von Hindenburg dort dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler die Hand reichte.