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Erzbistum will 120 Millionen Euro in Photovoltaik investieren

Freiburg (KNA) – Auf die Dächer von Kindergärten, Gemeindehäusern und auch Kirchen im Erzbistum Freiburg sollen in den kommenden zehn Jahren möglichst viele Photovoltaik-Anlagen kommen. Dazu stehen 120 Millionen Euro bereit, wie das Erzbistum am Donnerstag mitteilte. Auf dem Weg zur rechnerischen Klimaneutralität des kirchlichen Handelns sei der massive Ausbau von Solaranlagen ein zentraler Baustein, sagte Generalvikar Christoph Neubrand. Langfristig soll der CO2-Ausstoß um rund 100.000 Tonnen pro Jahr sinken.

 

Die kirchlichen Umweltexperten versprechen den Pfarreien und Gemeinden vor Ort eine unbürokratische Zusammenarbeit. Für Planung, Bau und Betrieb der Photovoltaikanlagen hat das Bistum bereits die Betreibergesellschaft "Erzdiözese Freiburg Energie GmbH" gegründet. Angestrebt ist auch eine enge Zusammenarbeit mit den evangelischen Landeskirchen in Baden-Württemberg sowie mit dem Nachbarbistum Rottenburg-Stuttgart.

Geplant ist, dass die Kirchengemeinden die Dachflächen von Gemeindeimmobilien bereitstellen. Planung und Aufbau der Solaranlagen sowie Betrieb und Abrechnung übernimmt dann die Betreibergesellschaft. Laut Erzbistum laufen die Vorplanungen für Solaranlagen auf fast 1.000 Immobilien. Auf herausgehobenen denkmalgeschützten Kirchendenkmälern sind aber vorerst keine Solaranlagen geplant.

 

Grundlage der kirchlichen Klimaschutzinitiative im Erzbistum Freiburg ist ein Konzept, das Fachleute des Ökoinstituts Freiburg und des Heidelberger Instituts für Energie- und Umweltforschung erarbeitet haben. So soll etwa das Tempo von energieeffizienten Sanierungen sowie der Einbau von klimafreundlichen Heizsystemen stark beschleunigt werden. Zudem schlägt das Konzept vor, nicht mehr benötigte kirchliche Gebäude zu verkaufen.

 

Neben der Energieversorgung von Gebäuden geht es auch um einen ressourcenschonenden Einkauf sowie um einen Wandel der Mobilität. So fließen in die CO2-Rechnung Dienstreisen und die täglichen Arbeitswege der Mitarbeiter ein. Zu ähnlichen Konzepten haben sich bundesweit mehrere katholische Bistümer und evangelische Landeskirchen verpflichtet.