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Kirche verurteilt Bombardierung von orthodoxem Kulturzentrum

Jerusalem (KNA) – Das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Jerusalem hat Israel vorgeworfen, das orthodoxe Kulturzentrum im Tel-al-Hawa-Viertel in Gaza bombardiert zu haben. Der Angriff zeige "die ungerechtfertigte Entschlossenheit Israels", die zivile Infrastruktur und die Zentren für soziale Dienste sowie die Unterkünfte für die in der belagerten Enklave eingeschlossenen Zivilisten zu zerstören, heißt es in einer Erklärung des Patriarchats von Dienstag.

 

Sozial-, Kultur- und Sportzentren wie das orthodoxe Zentrum seien "zu lebenswichtigen Anbietern wichtiger humanitärer Dienstleistungen und zu sicheren Zufluchtsorten für die von israelischen Luftangriffen auf Wohngebiete Betroffenen geworden", so das Patriarchat weiter. 

 

Die Kirche macht Israel für Angriffe auf insgesamt 19 Gotteshäuser seit Kriegsbeginn am 7. Oktober verantwortlich. Derartige Angriffe auf die Zivilbevölkerung sowie die vorsätzliche Zerstörung ziviler Infrastruktur ließen sich weder rational noch moralisch oder humanitär rechtfertigen. Es brauche einen umgehenden und umfassenden Waffenstillstand.

 

Der palästinensische Oberste Präsidialausschuss für kirchliche Angelegenheiten sprach in seiner Stellungnahme von Dienstag von dem Angriff als "Teil von Kriegsverbrechen, Zerstörung, ethnischer Säuberung und der erzwungenen Vertreibung unseres Volkes im Gazastreifen und im Westjordanland". Das Kulturzentrum sei wie Krankenhäuser, Schulen und Gotteshäuser ein geschützter Platz und habe durch den Beschuss erheblichen Schaden erlitten. Der Ausschuss forderte, die Verantwortlichen nach internationalem Recht zur Verantwortung zu ziehen.

 

Zu dem Komplex gehören nach Angaben eines Mitarbeiters der "Pontifical Mission" neben einem Auditorium und Hörsälen auch ein Theater, ein Fitness-Studio, ein Billard-Raum, Mehrzweckhallen, eine Küche sowie ein Außenbereich mit Spielplätzen. Berichte über Tote oder Verletzte gab es keine. Aus Kirchenkreisen hieß es, das Zentrum habe vor zwei Tagen eine Evakuierungsaufforderung erhalten. Zu dieser Zeit hätten sich rund 3.000 Schutzsuchende in den Gebäuden aufgehalten.