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Gänswein weiht Mitglied der Gemeinschaft „Das Werk“ zum Priester

Feldkirch (KNA) - Erzbischof Georg Gänswein hat am Wochenende im österreichischen Bregenz ein Mitglied der geistlichen Gemeinschaft „Das Werk“ zum Priester geweiht. Pater Marton Heray (31) aus dem ungarischen Györ ist seit der Diakonenweihe durch den Budapester Kardinal Peter Erdö im Juni 2022 als Klinikseelsorger in Wien tätig, wie österreichische Ordensgemeinschaften und „Das Werk“ am Montag mitteilten.
Der Status von Erzbischof Gänswein, langjähriger Privatsekretär von Papst Benedikt XVI. (1927-2022), ist nach wie vor ungeklärt. Papst Franziskus hatte vor wenigen Wochen „vorläufig“ („per il momento“) entschieden, der 66-Jährige müsse in sein Heimatbistum Freiburg zurückkehren. Inzwischen hat das Erzbistum bestätigt, dass er in einer Mietwohnung des Priesterseminars wohnen wird. Manche Beobachter werten das „vorläufig“ als Andeutung, dass es sich doch nur um eine Zwischenstation handeln könnte.
Der aus dem badischen Riedern am Wald stammende Bischof hatte über 20 Jahre lang Kardinal Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI. gedient. Daher war unter anderem spekuliert worden, Papst Franziskus könnte ihm einen Posten im diplomatischen Corps anbieten - etwa als Papstbotschafter in Costa Rica. Auch eine Berufung auf den Bischofssitz in Vaduz/Liechtenstein wurde ins Gespräch gebracht, da der dortige Bischof noch in diesem Sommer altersbedingt seinen Rücktritt anbieten muss. Davon bestätigte sich bisher nichts.
Die geistliche Gemeinschaft „Das Werk“ wurde 1938 gegründet und 2001 vom Papst als eine „Familie des geweihten Lebens“ anerkannt. Sie besteht aus einer Priestergemeinschaft, der auch Diakone, Seminaristen und männliche Laien angehören, sowie einer Gemeinschaft von Frauen.
2014 geriet „Das Werk“ aufgrund des Verdachtes sexueller Übergriffe in die Schlagzeilen. Darauf erfolgte eine vatikanische Visitation, die unter anderem im Sinne einer transparenten Leitung die Einrichtung eines Generalkapitels verlangte.