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Sanierungsarbeiten liegen im Zeitplan

Das Innere des Gotteshauses hat sich in eine Gerüstlandschaft verwandelt. Bis Ende November, wenn auf dem benachbarten Hauptmarkt der berühmte Nürnberger Christkindlesmarkt beginnt, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Foto: Bernd Buchner
Das Innere des Gotteshauses hat sich in eine Gerüstlandschaft verwandelt. Bis Ende November, wenn auf dem benachbarten Hauptmarkt der berühmte Nürnberger Christkindlesmarkt beginnt, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Foto: Bernd Buchner

Nürnberg (psn) – Architektur- und kunsthistorisch sei die Nürnberger Frauenkirche in einem Atemzug mit den beiden großen gotischen Kirchen der Stadt, St. Sebald und St. Lorenz, zu nennen. Das betont die zuständige Gebietsreferentin des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, Kathrin Müller, bei einem Rundgang durch die Kirche, die im Inneren zurzeit grundlegend saniert wird. „Und es dürfte die erste Hallenkirche in Franken sein.“ Die Seitenschiffe hätten die gleiche Höhe wie das Mittelschiff. Damit unterscheide sich die Frauenkirche von den Basilikaformen der beiden anderen großen Nürnberger Kirchen.
Der Gerüstaufbau und die vorbereitenden Maßnahmen sind abgeschlossen, jetzt haben die eigentlichen Restaurierungsarbeiten an der Innenschale der Kirche, an den Fenstern und Kunstwerken begonnen. Bei einem Rundgang konnten sich Journalisten einen Überblick über die Restaurierung verschaffen und das Thema Denkmalschutz mit Fachleuten besprechen. Nürnbergs Stadtheimatpflegerin Claudia Maué hebt die „fantastischen Kunstwerke“ hervor. Auch, dass die Frauenkirche auf dem Platz der ehemaligen Synagoge gestanden habe, könne im laufenden Sanierungsprozess noch eine Rolle spielen. Das Gotteshaus wurde in den 1350er Jahren auf Geheiß von Kaiser Karl IV. errichtet. Zuvor hatte es ein antijüdisches Pogrom mit mehr als 600 Toten gegeben.
Während das Landesamt für Denkmalpflege die Fachaufsicht innehat, ist die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Nürnberg die zuständige Genehmigungsbehörde. So kunsthistorisch bedeutend die Kirche auch sei, da sind sich alle Fachleute einig, ist sie dennoch ein Gebäude, das genutzt werde, so Kathrin Müller. „Damit können bestimmte Folgen nicht vermieden werden.“ Durch das permanente Öffnen und Schließen der Türen, Staubverwirbelungen und Luftaustausch würden auch künftig sichtbar Spuren hinterlassen werden. „Aus Sicht des Denkmalschutzes ist das jetzt eine größere Sanierung und kein klein-klein“, so Tanja Lauter von der Unteren Denkmalschutzbehörde. Die Kirche werde eben intensiv genutzt, für Gottesdienste, von Besuchern, für Konzerte und weitere Veranstaltungen, da werde sie immer wieder einmal intensiv gereinigt werden müssen.
Die letzte umfangreiche Innensanierung liegt etwa 40 Jahre zurück. Durch die entstehenden Kosten kann eine solche Maßnahme aber nicht alle paar Jahre stattfinden. So werden die Kosten der Sanierung auf 3,2 Millionen Euro geschätzt, davon übernimmt 65 Prozent die Erzdiözese. Der Eigenanteil der Kirchenstiftung Unsere Liebe Frau liegt bei 35 Prozent, etwa 1,1 Millionen Euro. Unterstützt wird die Kirchenstiftung durch den Verein zur Erhaltung der Frauenkirche. Zudem sind Drittmittel bei Denkmalschutzstiftungen und -behörden beantragt.
Die Frauenkirche ist seit Mitte März geschlossen; die Gottesdienste finden in anderen Kirchen der Innenstadt sowie im Pfarrhaus an der Winklerstraße statt. Bei der Innensanierung ist bislang alles im Zeitplan, es gab keine größeren Überraschungen, betonen Restaurator Claus Giersch und Architektin Marisia Conn vom Architekturbüro Conn und Giersch. „Überrascht waren wir lediglich von der Stärke der Verschmutzungen“, so Giersch. So müsse jetzt auch genau hingeschaut werden, dass kein biogener Befall vorliege, also etwa mit Schimmelpilzen und Bakterien.
Jetzt, zu Beginn der eigentlichen Reinigungs- und Restaurierungsarbeiten an den Kunstwerken und der Raumschale, sei es wichtig, das Raumklima ständig unter Kontrolle zu behalten, erklärt Marisia Conn. „Die Objekte bleiben ja auch in der Kirche, also im gewohnten Klima. So wird das Material keinem Stress ausgesetzt.“

Näheres unter https://aktuelles-und-medien.stadtkirche-nuernberg.de/frauenkirche-innensanierung/index.html