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„LoveTours“ – eine Erfolgsgeschichte

Seit 20 Jahren werden in Workshops Wege zu einer verantwortungsvollen Sexualität aufgezeigt

Bamberg - Seit 20 Jahren bieten die Schwangerenberatungsstellen der Caritas in Ansbach, Bamberg/Forchheim und Nürnberg werteorientierte Workshops der sexuellen Bildung für Jugendliche ab 13 Jahren an – eine „Erfolgsgeschichte“. Fast 30000 junge Menschen haben an den „LoveTours“ teilgenommen. Bei einer digitalen Feier aus diesem Anlass bekundete Weihbischof Herwig Gössl als Bischofsvikar für Caritas und soziale Dienste seinen Dank für die Initiative. In einem Vorwort zur Konzeption des Angebots skizzierte er den Anspruch des Angebots: Die Mitarbeiter seien unterwegs „mit Tiefgang und mit großem Verständnis für die Unsicherheiten der jungen Leute, die häufig keine angemessene und wertschätzende Sprache für den Bereich der eigenen Sexualität gelernt haben“. Sie leisteten an den jungen Menschen einen sehr wertvollen Dienst, denn es gehe schließlich um Werte, die für die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit wie auch für das gesellschaftliche Miteinander von großer Bedeutung seien.
„Wir konnten über alles reden.“ Und: „Wichtige Werte in einer Beziehung wurden besprochen.“ Diese und andere Äußerungen hat Barbara Borschert als Rückmeldung aus den Workshops erhalten. Sie ist Leiterin der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe beim Caritas-Diözesanverband. Alles andere als einfach seien die Anfänge gewesen als man sich bei der Caritas entschloss, für Jugendliche ein Angebot im Bereich von Sexualität und Partnerschaft zu machen. „Es war ein nicht unumstrittenes Experiment.“ Das Gesprächsangebot war auch an Jugend- und Firmgruppen herangetragen worden, mit einer eher enttäuschenden Resonanz. Umso interessierter waren die Schulen. Die Workshops seien dort inzwischen „sehr etabliert“, sagt Borschert.
Die „LoveTours“ verstehen sich als ein die Sexualerziehung von Familie und Schule ergänzendes Angebot. Der Vorteil: Die Gespräche finden ohne den Lehrer statt, die Gesprächspartner kommen von außen, sodass die Schüler sehr offen ihre Fragen zu Liebe, Partnerschaft und Sexualität stellen können. Die Leiterin der Bamberger Schwangerschaftsberatung, Ursula Kreck, erzählt in einem Imagefilm, die Jugendlichen trauten sich zu, Fragen offen zu stellen, die sie dem Lehrer nicht stellen würden. Im „etwas anderen Schultag“ habe man, zeitweise auch in nach Geschlecht getrennten Gruppen, die Möglichkeit, sich darüber klar zu werden, welche Vorstellungen man von Freundschaft, von einer Beziehung habe, erläutert Bastian Stumpf, der zusammen mit Kreck Workshops gestaltet.
Denn die Arbeit mit den Schülern soll mehr sein als nur Aufklärung und Vermitteln von biologischem Faktenwissen. Vielmehr will man, dass sich die Jugendlichen mit der eigenen Identität auseinandersetzen, dass sie sich ihre eigenen Wertvorstellungen bewusst machen und sich darüber mit den Mitschülern austauschen. Gesellschaftliche Stereotypen sollen überprüft werden. Es geht aber auch darum, das, was in den Medien vermittelt wird, zu hinterfragen und zu einer wertschätzenden Sprache im Bereich der Sexualität zu finden.
„Jugendliche sind mit dem eigenen Selbst oft sehr unzufrieden“, hat Kreck erfahren. In den Workshops soll ein positives Körperbild vermittelt werden. Die Jugendlichen sollen bestärkt werden. „Wir wollen zeigen: Du bist genau so richtig wie du bist.“ Zugleich wollen die Berater das Verantwortungsbewusstsein der Teilnehmenden stärken. Das umfasst den eigenen Körper, die Bereiche Fruchtbarkeit, Verhütung und sexuell übertragbare Krankheiten. So erfahren sie auch, dass sie Verantwortung für die Person des Anderen haben. „Wir geben neue Impulse und erweitern dadurch Sichtweisen“, sagen Kreck und Stumpf. Und wenn am Schluss des Workshops viele Antworten gegeben werden konnten, wenn auch ein Stück weit Gewissensbildung erfolgt ist, dann ist es das, was die vierstündigen „LoveTours“ bewirken wollen.
Die katholischen Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen führen die Workshops im Rahmen ihres Auftrags der Sexualaufklärung durch. Dazu gehören die Themen Familienplanung und Prävention von ungewollten Schwangerschaften. Die Corona-Zeit hat auch für die Workshops eine „Durststrecke“ bedeutet. Treffen konnten nicht stattfinden. So überlegt der Caritasverband nun, ob es Möglichkeiten gibt, die Gespräche digital durchzuführen. 

Autor: Christiane Dillig


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