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Die Firmung ist nicht Abschluss, sondern Anfang

Neun Nürnberger Gemeinden präsentieren neues Firmkonzept


Foto: Präsentieren das neue Nürnberger Firmkonzept (von links): Schwester Magdalena Winghofer CJ, Thomas Höhn (Referent für Gemeindekatechese) und Gemeindereferentin Lena Neidlein. Foto: cga

Gönn Dir!“ Ja, was denn? Eine Party, ein gutes Essen oder ein Seidla Bier? Mit dem Slogan „Gönn Dir“ laden neun Nürnberger Pfarreien zu einem völlig neuem Firmkonzept ein. Das Besondere: Die Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren können Firmort und Firmtermin auswählen und auch selbst entscheiden, wie sie sich in das Firmkonzept einbringen. In diesen Tagen werden rund 740 Jugendliche der neun beteiligten Nürnberger Pfarreien angeschrieben und zur Firmung eingeladen, erläutert Gemeindereferentin Lena Neidlein. Bis zu den Sommerferien könnten sich die Jugendlichen dann anmelden. Zum Schuljahresbeginn startet dann die eigentliche Firmvorbereitung, die relativ knapp gehalten ist. Die Firmtermine sind nämlich bereits an fünf verschiedenen Samstagen im November in fünf Nürnberger Kirchen. Dieses Konzept, so die Initiatoren, sei nach ihrer Erkenntnis für Großstädte bundesweit einmalig. Erst nach der Firmung geht es erst so richtig los, erzählt Stadtjugendseelsorger Schwester Magdalena Winghofer CJ. „Die Firmung ist nicht der Abschluss sondern der Anfang. Der Schwerpunkt dieses Konzepts liege auf die Zeit nach der Firmung, der sogenannten Phase 2. „Die Firmung ist keine Belohnung, sondern ein Geschenk“, erklärt Schwester Magdalena den Standpunkt der Konzeptgruppe. Während es in der kurzen Vorbereitungszeit, der Phase 1, darum geht, das zu vermitteln, was Firmung bedeutet, soll in der Phase 2 Kirche und Glaube erfahrbar und erlebbar gemacht werden. Die beginnt mit einem gemeinsamen Treffen aller Gefirmten am jeweiligen Firmort. Es schließt sich nun die Projektphase an. Das können einfach auch Angebote sein, wie gemeinsam Kochen und Backen, aber genauso auch spirituelle Angebote, wie ein paar Tage im Kloster erleben oder auch einfach mal über Gott und die Welt zu philosophieren. Auch im Kreis der Ehrenamtlichen gibt es viele Begabungen und Charismen, die hier zum Tragen kommen können. Und, wenn Jugendliche eigene Ideen hätten, so sei man hierfür auch offen. Die Phase 2 schließt dann mit einem Firmfest am Donnerstag vor Pfingsten des nächsten Jahres ab. Die Mitglieder der Konzeptgruppe geben sich keinen Illusionen hin, dass vielleicht der eine oder andere Jugendliche nach der Firmung sich nicht mehr blicken lässt. Das sei sogar in gewisser Weise mit einkalkuliert, sagt Schwester Magdalena. Aber mit diesem neuen Firmkonzept komme eben zum Tragen, dass die Firmung keine Rekrutierung für die Pfarrei sei. Dies sei in den allermeisten Fällen ohnehin gescheitert. Veränderte Rahmenbedingungen Seit rund zwei Jahren trifft sich die Konzeptgruppe, bestehend aus sieben Pastoral- und Gemeindereferenten und macht sich Gedanken über ein neues Firmkonzept. Grundgedanke dabei war, dass die Firmung ein Geschenk ist, erklärt Thomas Höhn, Referent für Gemeindekatechese im Erzbistum Bamberg. Die Kirche und auch die Rahmenbedingungen hätten sich verändert. „Was machen wir? Firmpastoral light?“, fragte Schwester Magdalena. Gleichzeitig erzählt die Ordensfrau was Firmpastoral in der Großstadt heißt: ein hoher Anteil an Firmlingen mit Migrationshintergrund und christliche Jugendliche sind in der Minderheit. Durchschnittlich lassen sich in der Frankenmetropole noch 20 Prozent der Jugendlichen firmen. In den Nürnberger Innenstadtpfarreien sind die Zahlen sogar noch ernüchternder. Hier sind es lediglich zwischen acht und zehn Prozent. Überregionales Interesse Bei verschiedenen bundesweiten Konferenzen habe er diese Konzept schon vorgestellt und viele hätten sich sehr dafür interessiert, berichtet Höhn. Es gebe durchaus auch Interesse aus der Nachbarschaft das Konzept zu übernehmen und gegebenenfalls an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Natürlich muss sich erst erweisen, ob das Konzept auch schon umgesetzt werden kann, wie es geplant ist. Möglicherweise müssen wir an der einen oder anderen Stelle noch nachbessern. „Oder wir Scheitern. Aber, wenn dann mit Lust. Weil es hat viel Spaß gemacht, sich etwas Neues auszudenken.“ 

Autor: Christoph Gahlau


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