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Einseitig positioniert

Früherer Ethikrats-Vorsitzender Dabrock: Schirachs „Gott“ enttäuscht

Frankfurt a.M. – Der frühere Ethikrats-Vorsitzende Peter Dabrock sieht das von der ARD verfilmte Theaterstück „Gott“, in dem es um assistierten Suizid geht, kritisch. Es sei gut, dass durch das Werk Ferdinand von Schirachs das Thema ärztlicher Suizidhilfe öffentlich wieder diskutiert werde, doch das Stück enttäusche, sagte der Theologe dem Evangelischen Pressedienst (epd). Schirach habe sich einseitig positioniert und in weiten Teilen eine „Werbeschrift für ärztliche Suizidassistenz“ verfasst, kritisierte Dabrock. Der Autor habe die Chance verpasst, Grautöne in der Debatte sichtbar zu machen und stattdessen auf Polarisierung gesetzt.
„Die ARD sollte nicht kolportieren, als ob im Stück das Pro und Contra einigermaßen dramaturgisch aufgearbeitet sei“, sagte Dabrock vor der für kommenden Montag geplanten Ausstrahlung. Vielmehr habe der Autor bei der Komposition der Figuren und ihrer Argumente seine Sympathien eindeutig verteilt.
In der Dramaturgie lenke er „die gesellschaftliche Debatte in einer komplexen Fragestellung in gewollt unterkomplexe Alternativen“ hinein, sagte der Ethikexperte. In dem Stück wird das Recht auf assistierten Suizid in einer fiktiven Ethikratssitzung von mehreren Sachverständigen erörtert, am Ende soll das Publikum abstimmen.

INFO
Das Theaterstück „Gott“ von Ferdinand von Schirach wird am Montag, 23. November, ab 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt und anschließend in der Sendung „hart, aber fair“ diskutiert.

Autor: epd


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