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Priester werden? – Hier sind Antworten möglich

Der erste Ausbildungsabschnitt auf dem Weg zum Priester – das Propädeutikum


Foto: Das Gebet und die Beziehung zu Gott sind wesentlich für einen wie Max Blättler, der sich auf den Weg zum Priestertum aufmacht. Wichtige Grundlagen der ­Spiritualität sollen im Propädeutikum gelehrt werden. Fotos: cga

Fast wie ein bisschen Kloster sei es im Propädeutikum gewesen, erinnert sich Max Blättler. Der inzwischen 22-Jährige stammt aus Leutershausen bei Ansbach und studiert inzwischen im vierten Semester Katholische Theologie in Würzburg mit dem Ziel Priester zu werden. Das Propädeutikum sei der erste Abschnitt der Priesterausbildung und dauert ein knappes Jahr, erläutert der Bamberger Regens Ewald Sauer. Gleichzeitig ist es das erste Jahr der inzwischen achtjährigen Ausbildung zum Priester und dient der Vorbereitung auf das Theologiestudium. Regens Sauer leitet diesen Ausbildungsabschnitt für die vier Bistümer der Kirchenprovinz Bamberg sowie die fünf ostdeutschen Diözesen. An die Zeit im Propädeutikum, die im Bamberger Priesterseminar am Heinrichsdamm lokalisiert ist, erinnert sich Max Blättler gerne zurück. Zusammen mit insgesamt sieben weiteren jungen Männern, die zwar aus unterschiedlichen Lebenslagen kamen, durfte er dieses erste Jahr erleben. Leutershausen sei eher eine klassische Diaspora-Gemeinde. Der intensive Austausch mit Gleichaltrigen über den Glauben sei da nicht so intensiv. „Und dann ist da eine Gruppe, mit der man sich gemeinsam auf den Weg macht.“ Mit den Fragen, die einen beschäftigen sei man nicht allein. Und zugleich habe er festgestellt, dass viele seiner Kurskollegen ähnliche Fragen hatten. Ab und zu treffen sich die Propädeutiker des Jahres 2017/18 noch im realen Leben. Der meiste Kontakt aber findet über die sozialen Netzwerke, wie beispielsweise WhatsApp, statt. Und noch eine Erfahrung machte Max Blättler damals, nämlich auch auf dem „Präsentierteller“ zu stehen. „Damals habe ich das erste Mal in meinem Leben ministriert“, erinnert sich der heute 22-Jährige, dessen bevorzugter „Arbeitsplatz“ bislang eher hinter der Orgel war. Vorgabe des Zweiten ­Vatikanischen Konzils Schon vor über 50 Jahren hatten die Konzilsväter eigentlich die Einführung eines Propädeutikums verlangt. Dort heißt es: „Die kirchlichen Studien sollen mit einem ausreichend langen Einführungskurs beginnen.“ Dennoch, so Regens Sauer, habe es bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts gedauert, bis das Propädeutikum auch in die Realität umgesetzt worden sei. 2007 hatten die bayerischen Bischöfe auf ihrer Herbstvollversammlung die Einführung des Propädeutikums beschlossen und als Standorte Passau und eben Bamberg bestimmt. Dieser erste Abschnitt der Priesterausbildung umfasst vier Bereiche und zwar die Sprachenschule (Griechisch, Latein, Hebräisch), die Lebensschule (Hausgemeinschaft erleben und erfahren sowie ein Praktikum in einer sozialen Einrichtung), die Glaubensschule (spirituelles Leben mit Stundengebet, Eucharistiefeiern, Anbetung; hinzu kommen geistliche Begleitung und Einführung in das Heilsmysterium) und die Bibelschule (unter anderem mit einem mehrwöchigen Aufenthalt in Israel). Besonders die Bibelschule ist Max Blättler in Erinnerung geblieben. Zum einen habe er während dieser Zeit große Teile der Bibel gelesen. Zum anderen lese er selbst die Bibel seit dem Besuch an den heiligen Stätten mit einer ganz anderen Wahrnehmung, wenn man sich die historischen Orte konkret vorstellen könne. Und noch eine weitere Erfahrung bleibe ihm in Erinnerung, berichtet der Theologiestudent. Die Heimatbesuche in den Diözesen seiner damaligen Kurskollegen. Mit einigen Bischöfen hätten sie sprechen können. Aber diese Besuche hätten auch seinen Horizont erweitert, wie unterschiedlich katholische Kirche sein könne und auch Glauben gelebt werde. Den Glauben leben, das sei ein ganz wesentliches Element des Propädeutikums. Dazu gehören beispielsweise auch die regelmäßige Feier der Eucharistie und das Stundengebet. Und natürlich diene dieses Jahr auch der weiteren Klärung, ob man denn den Weg zum Priester weiter bestreiten möchte, sagt Max Blättler. Es habe damals im Frühjahr/Sommer 2017 zwar einige „symbolische Arschtritte“ für ihn gebraucht, damit er sich für das Propädeutikum angemeldet hatte. Aber es hat sich rückblickend doch sehr gelohnt. Mit der Einführung in die Philosophie habe er zwar damals nicht so viel Anfangen können, räumt er ein. Doch es sei im gesamten Jahr eigentlich nichts dabei gewesen, mit dem man „überhaupt nichts anfangen konnte.“ Und klar, natürlich sei dieses Jahr auch ein Jahr der Klärung für den weiteren Lebensweg. „Aber es bietet die Chance da einen Schritt weiter zu kommen und deshalb empfehle ich jedem, der sich mit diesem Gedanken trägt, es einfach auszuprobieren.“

Weitere Informationen zum Propädeutikum auf der Homepage des Bamberger Priesterseminars: ­priesterseminar-bamberg.de oder persönlich bei Regens Ewald Sauer, Telefon 09 51/ 86 81 101 oder per E-Mail: ewald.sauer@erzbistum-bamberg.de

Autor: Christoph Gahlau


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