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„Eine Erkrankung ist fast eine Katastrophe“

Ehemalige Freiwillige aus dem Erzbistum Bamberg gründen Verein für kranke Menschen in Tansania

Bad Windsheim – Für ein Jahr lang ist Kathrin Blank in eine andere Welt eingetaucht. Die junge Frau aus Bad Windsheim war als Freiwillige im Rahmen des weltwärts-Programms für ein Jahr lang im tansanischen Rulenge. Nun will sie helfen. Kathrin Blank hat mit anderen weltwärts-Freiwilligen einen Verein mit dem Namen Kivuko gegründet. Kivuko bedeutet in der Landessprache Kisuaheli Brücke. „Wir wollen Brücken schlagen. Ziel unseres Vereins ist es Menschen eine ärztliche Behandlung zu ermöglichen, die es sich nicht leisten können“, erklärt Blank, die auch zweite Vorsitzende von Kivuko ist.
Seit 2012 besteht zwischen dem BDKJ des Erzbistums Bamberg und den Diözesen Rulenge/Ngara eine Partnerschaft. Im Rahmen dieser Partnerschaft werden Einsatzstellen für Freiwillige aus Deutschland in der dortigen Region vermittelt.
Anders als in Deutschland gibt es in dem ostafrikanischen Land nämlich keine Krankenversicherung. „Der Arzt muss sofort bezahlt werden“, erklärt die 27-Jährige. Zwar müssten Kinder unter fünf Jahren und Schwangere  nach dem tansanischen Gesetz kostenfrei behandelt werden, doch diese Regelung sei in den meisten Fällen nur Theorie. „Kein Geld, keine Behandlung!“
Rulenge ist eine Kleinstadt im Nordwesten Tansanias mit rund 2000 Einwohnern, unweit der Grenze zu Burundi und Ruanda. Viele Menschen dort in der Region ernähren sich von der Landwirtschaft oder im wahrsten Sinne des Wortes sie leben von der Hand in den Mund. Geld ist da etwas vergleichsweise exotisches. „Für eine Familie ist es oft eine Katastrophe, wenn jemand aus der Familie krank wird“, erläutert Blank. Da sei es egal, ob das Malaria, ein gebrochener Arm oder eine Verletzung durch einen Verkehrsunfall sei. Rulenge hat ein – für dortige Verhältnisse – mit rund 60 Betten durchaus großes Krankenhaus. Doch die Behandlung kostet eben Geld. Und viele Menschen können sich eine ärztliche Versorgung nicht leisten. Genau hier setzt der Verein Kivuko an.
„Wir wollen die Behandlung von kranken Menschen ermöglichen, wo finanzielle Mittel fehlen“, erläutert Blank. Monatlich  überweist der Verein 75 Euro an drei ihnen bekannte Kontaktpersonen, einen Arzt und zwei Ordensschwestern. Diese Summe ist höher als das tansanische Durchschnittseinkommen, das bei rund 70 Euro pro Monat liegt. Doch auch in Tansania ist der Arzt vergleichsweise teuer. So schlage alleine die Medikation für eine einfache Malariabehandlung mit rund neun Euro zu Buche.
Zusätzlich stellt Kivuko noch für jeweils ein halbes Jahr ein „Notfallgeld“ von 250 Euro zur Verfügung. Damit sollen auch komplizierte Behandlungen ermöglicht werden. Erster Notfallpatient des jungen Vereins ist ein Junge, der bereits seit sieben Jahren an Hodenkrebs erkrankt ist. Eine Malaria-Erkrankung kommt noch hinzu. Der Vater des jungen Patienten ist bereits verstorben, die Mutter kann sich die Operation finanziell nicht leisten. „Unsere Kontaktpersonen in Tansania informieren uns dann über solche Notfallpatienten per Whatsapp oder per E-Mail“ erklärt Blank.
Momentan gehören Kivuko rund 20 Mitglieder an. Weitere Interessenten sind willkommen. Der Jahresbeitrag beläuft sich auf 15 Euro. Seit Oktober ist Kivuko als gemeinnütziger Verein anerkannt, kann also auch Spendenquittungen ausstellen. Gemeinden oder Schulen, die Interesse an diesem Projekt haben, können Kontakt mit dem Verein aufnehmen: „Gerne kommen wir auch zu Ihnen, um über unser Projekt zu informieren“, bietet Blank an.
  
Weitere Informationen über den Verein Kivuko finden Sie im Internet unter www.kivuko.de oder bei
Facebook unter https://www.facebook.com/Kivuko-eV-1145486555465722/?fref=ts
Spendenkonto bei der Sparkasse Coburg-Lichtenfels:
IBAN: DE09 7835 0000 0040 6418 39
BIC: BYLADEM1COB

Autor: Christoph Gahlau


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