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Weibliches Gesicht der Kirche sichtbar gemacht

Zahlreiche Besucher nahmen an der letzten Führung durch die Ausstellung „Frauen.Taten.Werke“ teil. Foto: Christiane Dilig
Zahlreiche Besucher nahmen an der letzten Führung durch die Ausstellung „Frauen.Taten.Werke“ teil. Foto: Christiane Dilig

Bamberg (cid) – Nach 15 Wochen hat nun die Ausstellung „Frauen.Taten.Werke. 12 Dialoge Contemporary“ im Bamberger Diözesanmuseum ihren Abschluss gefunden. Sie hat gezeigt: Auch heutige Künstlerinnen befassen sich intensiv mit Personen der Bibel und der Kirchengeschichte. Sie finden neue Zugänge zu alten Bildtraditionen und können so deren Taten und Werke dem heutigen Betrachter (wieder) verstehbar machen. Am letzten Ausstellungstag berichteten noch einmal drei der beteiligten Künstlerinnen, Elke Zauner, Anna-Maria Kursawe und Kerstin Himmler vom Entstehen ihrer zum Teil großflächigen Bildformate und Installationen. 

 

Dankbar zeigte sich die Referentin für Frauenpastoral, Anne-Kathrin Eisenbarth-Goletz, für die Möglichkeit, moderne Kunst ins Museum zu holen. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Susanne Grimmer hatte die Theologin die Grundlagen für die Präsentation von zwölf Frauenfiguren gelegt und die Leiterin der Hauptabteilung Kunst und Kultur, Dr. Birgit Kastner, sowie Museumsleiterin Carola Marie Schmidt mit ins Boot geholt. „Wir wollten das weibliche Gesicht der Kirche sichtbar machen und Frauen in ihrer Wirkung bis heute darstellen“, sagte Eisenbath-Goletz vor den Teilnehmern einer letzten Führung. 

 

Den Organisatorinnen war es wichtig gewesen, dass Dialoge entstehen. Die 12 Künstlerinnen hatten sich im Gespräch mit theologischen Mentorinnen den von ihnen ausgewählten Frauenfiguren genähert, diese intensiv studiert. Die drei anwesenden Kunstschaffenden bestätigten, wie inspirierend diese Gespräche gewesen waren. Die zwölf Werke riefen letztlich auch intensive Gespräche bei den Besuchern hervor. „In Resonanz gehen mit den Werken“, nannte dies Eisenbarth-Goletz. 

 

Noch einmal konnten sich die Betrachter einlassen auf Elke Zauners üppige Vegetation, auf Licht- und Raumdarstellung im „Garten der Magdalena I“. Hier wird die Begegnung Jesu mit Maria Magdalena nach dessen Auferstehung in Farbe gefasst. „Man soll den Garten spüren“, erhoffte sich Zauner für den Betrachter.

 

Noch einmal konnte man dem offenen und zuversichtlichen Blick der hochschwangeren Gottesmutter begegnen, die, schlicht gekleidet, vor einem unbestimmten Hintergrund ihrer neuen Aufgabe, Mutter zu werden, entgegenschaut. „Transition“ hat Anna-Maria Kursawe das Werk genannt. Es erinnere auch an Wege, die von Maria zu gehen waren und verweise so auf das Heute mit seinen Wanderungsbewegungen, sagte Kursawe. 

 

Auch Kerstin Himmler stellte noch einmal ihren Zugang zu der von ihr ausgewählten Ordensfrau und Mitbegründerin der Paulus-Schwestern, Tecla Merlo, vor. Ihre Installation mit einem Stuhl, einer Schale und einem Krug verweise auf die biblische Geschichte der Fußwaschung und somit auf die Gemeinschaft mit Jesus, die bei den Aposteln ihren Anfang nahm. Auch spiegelten sich Merlos Bestreben, über die (einer Frau ihrer Zeit) gesetzten Grenzen hinweg zu gehen und ihre Glaubensvorstellungen mit Hilfe von Medien weiterzuverbreiten in dem Werk „… wen soll ich noch fürchten?“ Wolfgang Angerer, Pfarrer und Kunstkenner, ergänzte mit theologischen Aspekten und regte zu Nachfragen an.

 

Zur Ausstellung hatte es zahlreiche ergänzende Angebote gegeben, theologisch-spirituelle und kunsthistorische Führungen sowie Gelegenheiten, die Künstlerinnen und Mentorinnen kennenzulernen. Auf der Homepage des Museums konnte ein Podcast abgerufen werden, der über die geschichtlichen Epochen informierte, in denen die zwölf Frauenfiguren lebten. 

 

Alle zwölf Werke wurden vom Diözesanmuseum angekauft. Möglicherweise wird die Ausstellung oder Teile davon noch an anderen Orten zu sehen sein. 

 

Die nächste Ausstellung des Diözesanmuseums wird sich mit der 750-jährigen Geschichte des Karmelitenordens in Bamberg beschäftigen.