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Bätzing weiht neue Benediktiner-Äbtissin von Sankt Hildegard

Rüdesheim (KNA) - Der Limburger Bischof Georg Bätzing hat am Wochenende die Benediktinerin Katharina Drouve (61) zur neuen Äbtissin der Abtei Sankt Hildegard in Rüdesheim-Eibingen geweiht. Die Neuwahl einer Äbtissin war notwendig geworden, weil Vorgängerin Dorothea Flandera die Altersgrenze von 70 Jahren erreicht hatte und ihr Amt zur Verfügung gestellt hatte. Drouve, bisher Priorin (Vorsteherin) des Klosters, ist die 41. Nachfolgerin der heiligen Hildegard von Bingen (1098-1179).
Wenn eine Nachfolgerin der heiligen Hildegard die Äbtissinnenweihe empfange, sei das „ein besonderer, ein hochzeitlicher Moment“, betonte Bätzing. Eingerahmt von zwei Mitschwestern lag die Benediktinerin während der Weihe ausgestreckt auf dem Boden vor dem Altar. Danach sprach der Bischof das feierliche Segensgebet und übergab ihr die Benediktusregel mit den Worten: „Leiten Sie nach dieser Regel des heiligen Benedikt die Gemeinschaft, die ihnen vor Gott anvertraut ist.“ Außerdem steckte ihr den Äbtissinnenring an und übergab ihr den Stab als Zeichen ihres Hirtinnenamtes.
Das Leben der Ordensfrauen strahle aus und sei ein Zeichen, sagte Bätzing in seiner Predigt. Das zeigten auch die vielen Tausend Besucher und Besucherinnen und die vielen Menschen, die sich auf ihrem spirituellen Weg der Gemeinschaft anvertrauten: „Das hat Bedeutung gerade in diesen Zeiten, in denen die Strahlkraft und Glaubwürdigkeit der Kirche so verdunkelt scheint.“
Die neue Äbtissin sagte in ihrem Schlusswort, sie sehe es als große „Ermutigung und Freude“, dass so viele Menschen seit vielen Jahren, ja Jahrzehnten dem Kloster die Treue hielten.
Katharina Drouve wurde am 7. September 1961 in Leverkusen geboren und studierte nach dem Abitur Sonderpädagogik mit den Fächern Deutsch und Religion. Sie trat 1983 in die Abtei Sankt Hildegard ein und legte 1985 ihr Gelübde ab. Viele Menschen im Kloster und außerhalb kennen sie durch ihre langjährige Tätigkeit als Novizenmeisterin und im Gästehaus des Klosters.
Das Kloster Sankt Hildegard steht in der Nachfolge des 1150 von der Namensgeberin und Kirchenlehrerin gegründeten Kloster Rupertsberg. Die Ur-Anlage an der Nahe-Mündung in Bingen wurde im Dreißigjährigen Krieg 1632 zerstört und nicht wieder aufgebaut. Die Abtei in Rüdesheim entstand ab 1904.