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Frustriert über römische Haltung

Berlin (KNA) – Bischofs-Interview gegen Papst-Interview – das gab es in dieser Form noch nie. Im Gespräch mit der „Welt“ kritisierte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, den Führungsstil von Papst Franziskus: „Diese Art, Kirchenführung durch Interviews wahrzunehmen, halte ich für äußerst fragwürdig.“
Frustriert zeigte sich der Limburger Bischof auch über die römische Haltung zum Missbrauchsskandal. „Sowohl das jüngste Schreiben des Vatikans als auch unsere Gespräche in Rom lassen vermuten, dass man die systemischen Ursachen, Hintergründe und Faktoren dieses Skandals weiter einfach nicht sehen will.“
Der Papst hatte zuvor die katholische Reformdebatte in Deutschland kritisiert. Der deutsche Synodale Weg sei „keine Synode, kein echter synodaler Weg. Es ist nur dem Namen nach ein synodaler Weg; keiner, an dem das Volk Gottes als Ganzes beteiligt ist, sondern einer, der von einer Elite veranstaltet wird“, sagte Franziskus im Interview der Nachrichtenagentur AP.
Als nicht nachvollziehbar kritisierte Bätzing, dass Franziskus dabei als Beispiel für angebliche deutsche Ideologie den Streit über den Zölibat, also die Pflicht zur Ehelosigkeit für Priester, genannt hatte. Diese Frage werde weltweit seit 60 Jahren diskutiert, und der Papst habe sie selbst auf der Amazonien-Synode zugelassen: „Das jetzt als ideologische Debatte zu bezeichnen, wo der Heilige Geist sozusagen fluchtartig den Raum verlässt – was soll das?“
Bätzing beklagte zugleich, es gebe zurzeit „keinen direkten Gesprächskanal“ zwischen ihm und dem Papst. Dabei hätte der offizielle Besuch aller deutschen Bischöfe im November in Rom ein solcher Kanal sein können: „Allein mit Papst Franziskus haben wir zweieinhalb Stunden zusammengesessen. Ich würde sagen: Das ist der Ort für den Papst, mit uns zu sprechen. Dann hätten wir antworten können.“   …


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Ausgabe 06/2023