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„Es ist ein überaus reizender Ort“

1530 weilte Martin Luther für gut ein halbes Jahr auf der Veste Coburg


Foto: Andreas Kuschbert

Coburg – Es ist der 15. April des Jahres 1530: 70 Edelleute, sieben Ritter, 120 Reisende und Soldaten ziehen durch das Coburger Spitaltor ein. Mit im Gefolge des sächsischen Kurfürsten Johann des Beständigen sind an diesem Tag auch Martin Luther und die Theologen Philipp Melanchthon und Justus Jonas. Wenige Tage später, am 24. April, zieht der Tross weiter zum Reichstag nach Augsburg. Nur einer muss in der Vestestadt zurückbleiben – Martin Luther. Da er unter Reichsacht steht, ist er gezwungen, im südlichsten befestigten Platz des Kurfürstentums Sachsen zu bleiben. Hier ist er vor der Vollstreckung der Reichsacht sicher.
Ursprünglich hatte Luther von Nürnberg aus die Verhandlungen des Reichstags verfolgen wollen, doch wollte die protestantische Reichsstadt dem Kaiser treu bleiben und traute sich deshalb nicht, Luther Schutz zu bieten. So wird die Veste Coburg für den Reformator dank der Toleranz und freiheitlichen Gesinnung der Coburger Herzöge zu einem sicheren Zufluchtsort, die Morizkirche zum Ort seiner Predigten, und Martin Luther ist in Coburg alles andere als untätig.
Als er zu Fuß den Festungsberg hinaufgeht, fasst er seine ersten Eindrücke in die Worte: „Es ist ein überaus reizender und für Studien geeigneter Ort.“ Und so schrieb er 120 Briefe, berittene Boten verlassen fast täglich die Veste mit Briefen nach Wittenberg (an seine Familie) beziehungsweise nach Augsburg (an seine Freunde, aber auch an die Geistlichen auf dem Reichstag insgesamt, an Kardinal Albrecht, den Erzbischof von Mainz, und an alle Deutschen).
Gut findet sich der Reformator in den Räumen zurecht, die ihm auf der Veste zur Verfügung gestellt wurden: „Denn das große Gebäude, so am Schloss hervorragt, ist ganz das unsere. Wir haben Schlüssel zu allen Zimmern.“  Seinen Wohn- und Schlafraum hatte er in den fürstlichen Gästezimmern zwischen den Burghöfen und der Steinernen Kemenate. Über eine gotische Pforte erreicht Luther auch die Kapelle der Burg. Und auch wenn sein Aufenthaltsort zu dieser Zeit eigentlich geheim bleiben sollte, kommen viele Besucher zu ihm nach Coburg.   …

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie im Heinrichsblatt-spezial „Reformation und Ökumene in Franken“, einer Gemeinschaftsproduktion des Heinrichsblattes und des Würzburger Katholischen Sonntagsblattes



Autor: Andreas Kuschbert


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