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Vertrauen in die Demokratie stärken

Deutsche Bischofskonferenz und Rat der EKD veröffentlichen Gemeinsames Wort

Bonn – Die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) haben am 11. April ein Gemeinsames Wort mit dem Titel „Vertrauen in die Demokratie stärken“ veröffentlicht. Das Gemeinsame Wort steht auf der Grundlage und in der Nachfolge des Gemeinsamen Wortes „Demokratie braucht Tugenden“ aus dem Jahr 2006.
Der Text thematisiert die Gefahr einer Vertrauenskrise der Demokratie in Deutschland und Europa und richtet sich gegen ein Erstarken populistischer sowie anti-demokratischer Kräfte. Ziel des Textes ist es, wahrgenommene Probleme anzusprechen und zugleich deutlich zu machen, dass die Kirchen bereit sind, an Lösungen dieser Herausforderungen mitzuwirken.
Das Selbstverständnis der Kirchen, zu dem auch der Auftrag gehört, sich in und für die Gesellschaft zu engagieren, ist der Antrieb für die in dem Gemeinsamen Wort angestellten Überlegungen zum politisch notwendigen Handeln.
Der Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Essen), verwies darauf, dass Vertrauen in die Demokratie nichts Selbstverständliches ist.
Er betonte: „Es braucht die Einhaltung ungeschriebener Voraussetzungen der Demokratie in Form einer demokratischen Sittlichkeit. Dies umfasst wesentlich den Respekt des jeweils ­anderen, die Anerkennung demokratischer Spielregeln, eine Bereitschaft zum Kompromiss sowie die Akzeptanz von Mehrheitsentscheidungen, selbst wenn man anderer Meinung ist.“
Wer verantwortlich handle, so Bischof Overbeck, stärke Vertrauen. Dies gelte sowohl im nationalen als auch im europäischen Kontext: „Wir Kirchen in Deutschland stehen ein für ein multilaterales, subsidiär geordnetes Europa, das solidarisch auf den Ausgleich der verschiedenen Interessen hinwirkt. Wir verstehen Europa nicht nur als Union von Staaten oder als wirtschaftliche Kooperation von Unternehmen. Vielmehr ist das Friedensprojekt Europa für uns eine Union der Bürgerinnen und Bürger, die für unser gemeinsames europäisches Haus Verantwortung übernehmen.“
Der Vorsitzende der Kammer für Öffentliche Verantwortung der EKD, Professor Reiner Anselm (München), betonte, dass die Kirchen zu einer lebendigen Demokratie beitragen möchten. „Wir sehen eine wichtige Aufgabe als Kirchen darin, für eine vitale Kultur des Christentums und einen lebendigen Glauben als Stützen der Demokratie zu werben. Die Botschaft von der Versöhnung motiviert dazu, einander als Gleichberechtigte anzuerkennen und immer wieder nach Kompromissen zu suchen. Wir sind überzeugt, dass eine lebendige Glaubenspraxis auch maßgeblich dazu beiträgt, die Demokratie als Ordnung der Freiheit lebendig bleiben zu lassen.“
Anselm erläuterte die Genese des Textes. Insbesondere werden vier Themenkreise berücksichtigt, die Herausforderungen für den demokratischen Konsens in unserer Gesellschaft beziehungsweise für die demokratischen Prozesse und Institutionen darstellen:
(1) Globalisierung, (2) wirtschaftliche Ungleichheit, (3) Migration und (4) Digitalisierung. Im Hinblick auf die vielfältigen politischen Herausforderungen in Deutschland und Europa bekennen sich die beiden Kirchen ausdrücklich zu ihrer Mitverantwortung für unsere Demokratie als politische Lebensform der Freiheit.

INFO
In der Reihe „Gemeinsame Texte“ (Nr. 26) unter www.dbk.de in der Rubrik Publikationen

Autor: dbk


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