Heinrichsblatt

Alle Nachrichten

Für Kirchenreformen und mehr Umweltschutz

Landeskomitee der Katholiken in Bayern tagte in Augsburg

Augsburg – Der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Joachim Unterländer, verlangt „spürbare Veränderungen“ durch den geplanten „synodalen Weg“. Diesen ­hatte die Deutsche Bischofskonferenz kürzlich zur Erneuerung der Kirche beschlossen. Ohne konkrete Ergebnisse würde das Vertrauen in die Kirche weiter schrumpfen, warnte Unterländer am vergangenen Samstag in Augsburg zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung des obersten Laiengremiums der katholischen Kirche im Freistaat. Auf Nachfrage nannte Unterländer etwa die Zulassung von Frauen zum Diakonat und von „viri probati“, also von bewährten verheirateten Männern, zum Priesteramt.
Unterländer ergänzte, der angedachte Prozess stimme hoffnungsvoll. Die Einbindung der Laien sei dabei zwingend. Im Vordergrund müssten die Punkte klerikaler Machtmissbrauch und Aufbau einer kirchlichen Verwaltungsgerichtsbarkeit, Befassung mit dem Zölibat, Sexualmoral und eben Rolle der Frau in der Kirche stehen. Die Missbrauchsopfer dürften nicht aus dem Blick geraten. Angemessene Entschädigungen, Kooperation mit der Strafjustiz „und dies alles verstärkt durch unabhängige Beratungsstellen“ seien nötig.
Ferner betonte Unterländer, das Komitee wolle „ein von christlichen Werten, der Demokratie und Humanität geprägtes Europa“. Er rief zur Beteiligung an den Europawahlen auf. Zum bayerischen Artenschutz-Volksbegehren sagte Unterländer, im Komitee gebe es unterschiedliche Positionen. Man habe einen innerkirchlichen runden Tisch einberufen und ferner Arbeitsgruppen zum Lebensschutz und zum Aufbau einer Führungskräfteseelsorge gegründet.
Der stellvertretende Komitee-Chef Michael Eibl ergänzte, man müsse berücksichtigen, was „man gefährdet, wenn man die Kirchensteuer zur Disposition stellt“. Dies hatte jüngst der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke getan. Vorrangig sei, den Weg der Transparenz bei den Kirchenfinanzen weiterzugehen, so Eibl.
Bereits am Freitag hatte das Komitee einen Dringlichkeitsantrag Unterländers zum Erhalt des arbeitsfreien Sonntags verabschiedet. Darin heißt es: „Wir erwarten, dass die Bayerische Staatsregierung und der Bayerische Landtag klar zum uneingeschränkten Sonntagsschutz stehen.“ Unterländer reagierte damit auf einen Vorschlag des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Dieser hatte angeregt, verkaufsoffene Sonntage auch ohne Anlass zu genehmigen.
Die zweitägige Versammlung stand unter dem Titel „Lust auf Wandel – Gerechtigkeit ökologisch und sozial gestalten“. Zu dem Thema erklärte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Hubert Weiger, Christen müssten sich persönlich für Nachhaltigkeitsziele einsetzen. Sie sollten „Treuhänder der Erde“ sein und deren Grenzen beachten. Renate Oxenknecht-Witzsch, Juraprofessorin der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, mahnte zu einem Wandel des eigenen Handelns. Christen sollten durch ein nachhaltiges Leben in der Gesellschaft auffallen.

Autor: KNA


Zurück

Ein Bistum im Umbruch

Aktuelle Downloads

Pfarrbriefvorlagen zum Herunterladen

Anzeigen

Märkteverzeichnis zum Herunterladen

Anzeigen

Patenschafts-Abonnement

Unterstützen Sie mit einer Abonnement-Patenschaft bedürftige Mitmenschen...

mehr erfahren

Die besten Leser-Rezepte...

Gestaltung: markusheisterberg.de