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Konzert mit Verkündigungscharakter

Erstmals erklingt im Bamberger Kaiserdom die Messe h-Moll von Johann Sebastian Bach

Bamberg – Sie gilt als eine der bedeutendsten geistlichen Kompositionen und als die einzige Komposition von Johann Sebastian Bach, der das vollständige Ordiniarium des lateinischen Messtextes zugrunde liegt. Die Rede ist von der h-Moll-Messe (BWV 232), eine Missa solemnis, die aus 18 Chorsätzen und neun Arien besteht und Bachs letztes großes Vokalwerk war. Erstmals erklingt diese Messe nun am Sonntag, 22. April, ab 17 Uhr im Bamberger Kaiserdom, und zwar als Abschluss der zweijährigen Konzertreihe zum Reformationsgedenken.
Seit 2016 wurden im Zuge dieser Reihe Konzerte in katholischen und evangelischen Kirchen aufgeführt, wie Domkapellmeister Werner Pees im Gespräch mit dem Heinrichsblatt erläutert. Es sei eine vielfältige Reihe gewesen, bei der verschiedene Themen beleuchtet wurden, die für die Ökumene relevant waren und die das Geschehen widerspiegelten.
Nach den Worten von Pees hat sich innerhalb der zweijährigen Konzertreihe ein enges Band zwischen dem Bamberger Dom und der evangelischen Pfarrei St. Stephan entwickelt, und das nicht nur in musikalischer Hinsicht. So gab es Impulse von katholischen und evangelischen Geistlichen bei den jeweiligen Konzerten, Erzbischof Dr. Ludwig Schick sprach beim Eröffnungskonzert. Auch die Chöre tauschten sich aus.
„Diese Begegnungen waren und sind praktizierte Ökumene“, so Werner Pees, der damit auch das Thema der Konzertreihe „Ut unum sint“ – Auf dass sie eins seien!“ verwirklicht sieht. „Und ich hoffe, dass es einen Rückenwind für die Zukunft gibt. Gedanken in musikalischer Hinsicht haben wir uns schon einmal gemacht.“
Die Verbundenheit zwischen den Konfessionen sieht der Bamberger Domkapellmeister auch im Plakat zur Aufführung zur h-Moll-Messe; dort begegnen sich die leichten Kreise, die in den Kirchenfarben gelb und violett gehalten sind ebenso wie das Boot als Zeichen für die Ökumene und das Wappen der Familie Bach. Johann Sebastian Bach selbst bezeichnet Werner Pees aufgrund dessen Musik als „Ur-ökumeniker“.
Zurück zu h-Moll-Messe, deren Komposition sich über mehrere Jahrzehnte erstreckte und deren erste Fassung sowohl im katholischen als auch im lutherischen Gottesdienst verwendbar war. Das Sanctus wurde bereits 1724 für den ersten Weihnachtstag komponiert, 1733 entstand die Missa brevis aus Kyrie und Gloria. Diese erste Fassung wich in der Textvorlage an zwei Stellen jedoch vom vorgeschriebenen katholischen Messtext ab.
Gegen Ende seines Lebens stellte Bach die übrigen Sätze als Bearbeitungen früherer komponierter Sätze, überwiegend aus seinen Kantaten, und neuen Kompositionen zusammen.
Dem vollendeten Werk gab Bach keinen Gesamttitel, sondern nummerierte und überschrieb die vier Faszikel. Im Nachlassverzeichnis von Carl Philipp Emanuel Bach wurde die h-MollMesse dann als „catholische Messe“ bezeichnet.
„Es ist ein Werk von einer Tiefe, die ich bislang noch nicht erlebt habe“, konstatiert Werner Pees. Für sich als Dirigenten sieht Pees es als größte Herausforderung an, diese Tiefe hörbar zu machen. So ist die Aufführung der Messe für ihn ein „Konzert mit Verkündigungscharakter“ und ein Lob Gottes.
Seit November vergangenen Jahres befasst sich der Domkapellmeister intensiv mit der Messe, „denn für mich als Dirigenten sind der Inhalt, der Geist der Stückes ausschlaggebend. Es soll schließlich eine begeisternde Aufführung mit Tiefgang werden, geistlose Aufführungen gibt es schon genug“.
Dafür, dass es eine besondere Aufführung wird, die den Zuhörern noch lange in sehr guter
Erinnerung bleiben wird, tragen auch die Ausführenden bei. Als Solisten sind Claudia Böhme
(Sopran), Stephanie Bogendörfer (Sopran), Birgit Rolla (Alt), Andrew Lepri Mayer (Tenor) und Manfred Bittner (Bass) zu hören.  Als Chor ist die Schola Bamberg zu hören, für die das Werk eine besondere Herausforderung ist, bestreitet der Chor doch fast 70 Prozent des Stückes. Den Orchesterpart bei der Messe übernimmt das Barockorchester La Banda, ein ausgewiesenes Spezialorchester, dessen Mitglieder auf Barockinstrumenten spielen.
Den ökumenischen Charakter, der die Konzertreihe prägte, unterstreichen Weihbischof Herwig Gössl und Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner, die ein geistliches Wort sprechen werden.    

INFO
Karten für die Aufführung am 22. April im Bamberger Dom sind zum Preis von 24 und 15 Euro beim BVD in Bamberg erhältlich, Restkarten gibt es an der Abendkasse.

Autor: Andreas Kuschbert


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