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Diözesanpartnerschaft mit dem senegalesischen Bistum Thiès

Ziel: Eine lebendige Kirche für eine humane Wert

Am vergangenen Wochenende ist der elftägige Aufenthalt der senegalesischen Delegation der künftigen Bamberger Partnerdiözese Thiès zu Ende gegangen. Rückblickend zeigen sich Gäste und Gastgeber sehr zufrieden. „Unser Besuch ist ein weiterer Schritt, um unsere Partnerschaft zu ratifizieren“, betont Generalvikar Abbé Alexandre Mbengue aus Thiès. Vor allem das Wahrnehmen als gleichberechtigte Partner innerhalb der weltweiten katholischen Kirche sei wichtig.

„Der Gegenbesuch ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung lebendige Diözesanpartnerschaft“, so Bambergs Generalvikar Msgr. Georg Kestel. Es gehe dabei um die Begegnung von Menschen, die sich jeweils in der anderen Diözese umschauen und dort konkret die Träger der Pastoral, die Haupt- und Ehrenamtlichen und damit auch das religiöse Leben an der Basis kennen lernen. „Es ist wichtig, dass Vertreter unterschiedlicher pastoraler Arbeitsfelder wie Jugend-, Frauen- und Männerarbeit, Schule, Katechese und Caritas in Zukunft kooperieren und eine Diözesanpartnerschaft auf Augenhöhe bilden.“

Beeindruckt von Caritas

Die elf Senegalesen – unter ihnen vier Priester, eine Ordensschwester und sechs Laien – zeigten sich beeindruckt von ihrem Einblick in die caritative und pastorale Arbeit der Kirche von Bamberg. „Wir sind mit dem Vorurteil nach Europa gekommen, dass die Menschen hier nichts mehr glauben“, gestand Dr. Jean Baptiste Ndione. Der Arzt am katholischen Krankenhaus „Hl. Johannes von Gott in Thiès“ erlebte den Glauben der Katholiken im Erzbistum Bamberg aber als lebendig. Auch setze die Kirche bei bestimmten Problemen auf kompetente Partner, was er für ein zukunftsfähiges Modell erachte. Auch der Respekt vor der Schöpfung und der damit verbundene Umweltschutz in Deutschland hätten ihn nachdenklich gemacht, sagte Ndione.

„Ein sehr starker Augenblick war unser Besuch in Nürnberg“, erklärte Abbé Hyacinthe Dione, der Partnerschaftsbeauftragte der Diözese Thiès. „Wir haben im Ökumenischen Gemeindezentrum in Thon und bei der Katholischen Stadtkirche gemerkt, wie sehr sich die Kirche hier für den Dialog der Konfessionen und auch für den Interreligiösen Dialog einsetzt.“ Fasziniert hätten ihn auch die Kontakte des Erzbistums Bamberg nach Südamerika – und die Einrichtungen im Haus der Stadtkirche „Fenster zur Welt“ und „Fenster zur Stadt“. Hier könne er sich auch den Verkauf senegalesischer Waren vorstellen, so Dione. Außerdem sei ihm die gute Beziehung zwischen Priestern und Laien aufgefallen. „Ich habe gesehen, wie viel Vertrauen der Klerus hier in die Laien setzt. Zudem sind die Laien hier sehr gut ausgebildet“, meinte der Partnerschaftsbeauftragte. Er habe nun das Ziel, in Thiès die Laienbildung zu verbessern.

Marthe Mbengue, Generalsekretärin der Katholischen Frauenvereinigung auf Nationalebene und Vizepräsidentin der Katholischen Frauenvereinigung von Thiès, hatte die Große Fronleichnamsprozession in Bamberg besonders gut gefallen. „Ich war erstaunt, wie viele Gläubige von den Babys bis zu den Großeltern mitgegangen sind“, erklärte sie.

Auch die Wallfahrt der beiden Partnerschaftskomitees von Lichtenfels nach Vierzehnheiligen habe sie sehr genossen. Sehr bewegend fand Mbengue den Besuch im Hospizhaus, wo Sterbende versorgt und gepflegt werden. „Ich kann mit Worten gar nicht ausdrücken, was ich da gefühlt habe.“

Kirchen laden zum Beten ein

Nicht zuletzt gefiel den Gästen aus Westafrika die lange Tradition der katholischen Kirche in Deutschland. „Die Schönheit der Kirchen hat mich immer wieder aufgefordert, zu beten“, betonte Pascal Mbaye, Direktor für das Schulwesen in der Diözese Thiès. „Alles was ich selbst gelernt und gelehrt habe, habe ich hier konkret erfahren.“ Schade sei es, dass hinsichtlich der Priesterberufungen Mangel herrsche und die schönen Kirchen mit so wenig Personal auskommen müssten. „Vielleicht können wir hier mit senegalesischen Priestern aushelfen“, blickte Mbaye in die Zukunft.

Trotz des vollen Programms hätten die Gäste aus dem Senegal gerne noch mehr gesehen, war sich ihre Gruppe einig. Erzbischof Ludwig Schick tröstete sie. „Dieser Besuch war der Anfang und noch nicht das Ziel“, meinte der Bamberger Oberhirte. „Jetzt kommt es darauf an, dass wir miteinander in Kontakt bleiben und die beiden Diözesen diese Partnerschaft mittragen.“ Besonders wichtig sei deshalb die bleibende Verbindung der Verantwortlichen der verschiedenen Bereiche. Außerdem sei von Bamberger Seite die Partnerschaftsvereinbarung vorbereitet worden, die bald von Thiès überarbeitet werden könne. Im Jubiläumsjahr 2007 werde dann mit den Unterschriften die Partnerschaft zwischen Bamberg und Thiès endgültig besiegelt. Er sei davon überzeugt, betonte Schick, dass die Partnerschaft zur „Verlebendigung der Kirche und Humanisierung der Welt“ beitrage. Damit die senegalesischen Gäste sich dauerhaft an das Bistumsjubiläum erinnern, verteilte Erzbischof Schick zum Abschied Geschenke: Kugelschreiber und Stoff-Taschen mit dem Logo des Bistumsjubiläums – hergestellt von Behinderten der Regens-Wagner-Stiftung in Burgkunstadt, die diese Waren auch beim Heinrichsfest verkaufen – sowie Uhren mit dem Abbild des Bamberger Doms und T-Shirts.

Positives Fazit

Auch die Mitglieder des deutschen Partnerschaftskommitees zeigten sich überzeugt, dass die Partnerschaft zwischen den beiden Diözesen voranschreitet. „Der Funke ist übergesprungen“, betonte Adalbert Kopp, Leiter der Abteilung Weltkirche. Wo die senegalesischen Gäste in ihrer bunten, raffiniert geschnittenen Kleidung aufgetaucht seien, hätten sich Vertreter von Einrichtungen und Gemeinden geehrt gefühlt und großes Interesse gezeigt. „Die Aufnahme hier war sehr herzlich“, bestätigte der senegalesische Partnerschaftsbeauftragte Abbé Dione. Das Programm der Thiès-Delegation umfasste wichtige Einrichtungen im Erzbistum Bamberg. Am Ankunftstag unternahmen die Gäste aus Westafrika bereits nachmittags einen Spaziergang zum Bamberger Dom, erhielten eine Dom- und eine Stadtführung.

Außerdem stand ein Überblick über die verschiedenen Arbeitsbereiche der Kirche an. So besichtigte die Delegation das Ökumenische Gemeindezentrum in Thon un das Haus der Stadtkirche. Auch das traditionelle religiöse Brauchtum lernten die Gäste bei der Großen Fronleichnamsprozession in Bamberg kennen. Das Bischofshaus lernten sie bei einem Empfang durch Erzbischof Schick kennen; durch das Ordinariat führte sie Generalvikar Monsignore Georg Kestel. Bei Familie Marsch in Burgebrach war die Gruppe nach dem Abendgebet in der Pfarrkirche zu einem Grillfest eingeladen.

Auch der Landwirtschaft im Erzbistum wurde mit Hofbesichtigungen Rechnung getragen. Außerdem sprach die Gruppe mit Diözesanjugendseelsorger Detlef Pötzl auf Burg Feuerstein, nahm an einer Wallfahrt nach Vierzehnheiligen teil und besuchten die Behinderteneinrichtung der Barmherzigen Brüder in Gremsdorf. Wer wollte, konnte das Seniorenheim in Gaustadt besichtigen oder der Asylbewerberunterkunft in Forchheim einen Besuch abstatten. Auch die Vorstellung der Hospizarbeit und Krankenhausseelsorge beeindruckten sehr. Wahlweise konnten sich die Gäste auch über die Gefängnisseelsorge in Ebrach oder in Gaustadt informieren. Auch Schulen und Kindergärten wurden besucht, so zum Beispiel die Maria-Ward-Schule, das Clavius-Gymnasium und die Martinschule in Bamberg.

Autor: Gertrud Lange


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