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Partnerschaft auf breiter Basis leben und fördern

Studientag zum Monat der Weltmission im Bistumshaus St. Otto: Senegal im Mittelpunkt


Foto: Gruppenbild am Rande des Studientages mit (von links) Abbé Moise Seck, Jeanne Marty und Vincent Ndione, die zwei Freiwilligen aus dem Senegal, Michael Kleiner vom Referat Weltkirche, Christian Mazenik von missio München und Abbé Ambroise Tine. Foto:

Lasst uns nicht müde werden, das Gute zu tun (Gal 6,9). Unter diesem Pauluswort steht in diesem Jahr der Monat der Weltmission. Dabei steht der Senegal im Mittelpunkt des Geschehens. Zahlreiche Gäste aus dem Senegal sind aktuell in ganz Bayern und in der Pfalz zu Gast. Das Land wurde ausgewählt, weil es auch als Vorbild für das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen gilt. Aus diesem Anlass war vom Referat Weltkirche und vom Diözesanausschuss „Eine Welt“ zu einem Studientag ins Bistumshaus St. Otto nach Bamberg eingeladen worden. Ist doch die Erzdiözese Bamberg bereits seit 2007 Partner des senegalesischen Bistums Thiès mit seinen rund 60000 Gläubigen. Als Referent konnte Abbé Ambroise Tine, ein wichtiger Förderer der Bistumspartnerschaft Bamberg-Thiès, engagierte Seelsorger und unter anderem zehn Jahre Generalsekretär von Caritas Senegal, gewonnen werden. Er betonte, dass man im Senegal nur gemeinsam den Alltag meistern kann und daher der interreligiöse Dialog zwischen Muslimen und Christen vor Ort so wichtig für die Menschen und den Staat ist. Man „teilt mit einander Freud und Leid und ist aufeinander angewiesen“, erklärte der Geistliche, für den „Bildung ein ganz wichtiger Schlüssel zum friedlichen Miteinander ist“. Jedoch ist die Qualität der Schulen und deren Erreichbarkeit im Senegal noch lange nicht zufriedenstellend. So ist er sehr dankbar, dass Schulpatenschaften aus der Erzdiözese Bamberg vielen Kindern den Schulbesuch in katholischen Einrichtungen ermöglicht. Diese stehen, wie alle anderen kirchlichen Einrichtungen auch muslimischen Kindern und Jugendlichen offen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie, die noch immer grassierende Malaria, der Klimawandel und die Tatsache, dass der Senegal zum Transitland für Migranten aus weiten Teilen Afrikas geworden ist, sind ihm bestens vertraut. Er hofft, dass seinem Land, das Schicksal anderer Westafrikanischen Staaten mit Extremismus und Terrorismus erspart bleibt. Ansteckende Spiritualität Michael Kleiner, Leiter des Referats Weltkirche im Erzbischöflichen Ordinariat, der schon öfters mit ganz unterschiedlichen Gruppen in der Diözese Thiès unterwegs war, sprach von der ansteckenden Spiritualität und dem lebendigen Glauben der vielen jungen Christen im Senegal. Für ihn ist es wichtig, dass die Bistumspartnerschaft auf breiter Basis gelebt und gefördert wird. Wie 2007 festgelegt, soll sie doch gleichermaßen „eine Gebets-, Lern- und Solidargemeinschaft sein.“ Anhand von Bildern zeigte er einen Rückblick auf besondere Ereignisse aus den letzten Jahren. Viele der Anwesenden waren bei einzelnen Projekten mit vor Ort und haben maßgebend zum Gelingen beigetragen. Die Bandbreite der Maßnahmen reicht von Schulpatenschaften, Aufforstungsprojekten und Sanierungsmaßnahmen bis hin zur Unterstützung des Ausbildungszentrums „Claire Amitié“, das jungen Mädchen und Frauen eine Ausbildung ermöglicht und sie auf eine selbstbestimmte Teilhabe am familiären und gesellschaftlichen Leben vorbereiten soll. Geplant ist aktuell ein Jugendzentrum und eine Notfallambulanz am örtlichen Krankenhaus in Thiès. Bei allen Projekten, so Kleiner, steht klar der Gedanken der „Hilfe zur Selbsthilfe“ und der Nachhaltigkeit im Vordergrund. Keine Einbahnstraße Die aus dem Senegal stammenden Geistlichen Patrice Mor Faye, Pfarrer in Oberhaid, und Moise Seck, Pfarrer in Priesendorf, zeigen, dass die Bistumspartnerschaft keine „Einbahnstraße“ ist. Insbesondere sie vermitteln in ihren Gemeinden die afrikanische Spiritualität und bauen so Brücken. Dazu kommen aktuell mit Jeanne Marty und Vincent Ndione, zwei junge Senegalesen vom Freiwilligendienst, die sich gerade in Bamberg aufhalten und hier das Leben und die Strukturen vor Ort kennenlernen sollen. Zum Abschluss des Studientages stellte Christian Mazenik, von missio München, die Materialien zum Sonntag der Weltmission vor. Es sind zahlreiche Informationen über den Senegal und über die einzelnen Gäste, die sich im Moment in Bayern und in der Pfalz aufhalten, zusammengetragen worden. Daneben gibt es liturgische Hilfen für Gemeindemessen, Wort-Gottesdienst-Feiern und Materialien zur Jugendaktion 2021. Alles, so auch das interaktive Hörspiel zum interreligiösen Dialog mit dem Titel: Wer kidnappte Father Joe? ist unter www.weltmissionssonntag.de zu finden und kann dort auch bestellt werden. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeiten an zahlreichen Online-Veranstaltungen teilzunehmen. Zugangsmöglichkeiten sind ebenfalls dort abrufbar.

Autor: Andrea Spörlein


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