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Maas dringt auf weitere humanitäre Hilfe für Afghanistan

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) forderte derweil eine
grundlegende Reform der internationalen Nothilfe. "Mit einem
UN-Nothilfe- und Krisenfonds von zehn Milliarden Euro könnten wir
vorausblickend weltweit Tod durch Hunger und fehlende Medikamente
verhindern", sagte Müller den Zeitungen der Funke Mediengruppe
(Montag). Das System der internationalen Hilfe müsse sich verändern –
weg von der Krisenintervention hin zur Krisenprävention. "Es kann
nicht sein, dass erst gestorben werden muss. Es gilt, vorsorgend zu
investieren."

Die Vereinten Nationen wollen auf der Konferenz in Genf neue
Gelder für Afghanistan mobilisieren. Bis Ende des Jahres werden für
die humanitäre Hilfe laut UN 606 Millionen US-Dollar (514 Millionen
Euro) in dem krisengeschüttelten Land gebraucht. Fast die Hälfte der
rund 38 Millionen Menschen in Afghanistan sind demnach auf
Lieferungen von Lebensmitteln, Medikamenten und anderen humanitären
Gütern angewiesen.

Nach den Worten von UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi sind
derzeit mehr als 3,5 Millionen Afghanen im eigenen Land auf der
Flucht, viele davon wegen neu aufflammender Kämpfe. Diese Menschen
benötigten besonders dringend Hilfe, sagte Grandi dem Berliner
"Tagesspiegel" (Montag). Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR werde auch
weiterhin im Land bleiben und Notleidende versorgen, zum Beispiel mit
Zelten, Decken und Bargeld, betonte er.

Müller warnte, am Hindukusch baue sich eine humanitäre Katastrophe
auf. Die Menschen litten nicht nur unter der gewaltsamen
Machtübernahme der Taliban. Auch eine schwerwiegende Dürre und die
Corona-Pandemie stellten Gefahren dar. "Die internationale
Gemeinschaft muss jetzt schnell handeln und alles tun, um die
Grundversorgung der afghanischen Bevölkerung aufrechtzuerhalten",
forderte der CSU-Politiker.

Die Organisation Save the Children forderte mehr Hilfsgelder
insbesondere für die afghanischen Kinder. Das Land befinde sich in
einer humanitären Notlage, die sich aufgrund steigender
Lebensmittelpreise, Dürre und vermehrter Vertreibungen immer weiter
zuspitze, erklärte das Kinderhilfswerk. "Afghanistan wird von einer
Katastrophe nach der anderen heimgesucht, und die Kinder bezahlen
dafür im schlimmsten Fall mit ihrem Leben", sagte die Chefin von Save
the Children, Inger Ashing.

Autor: epd fu/co fu


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