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Prunkvolles, farbiges Innere des Doms

Neue Ausstellung im Historischen Museum Bamberg


Foto: Das Innere des Heinrichsdomes war innen prunkvoll ausgestaltet – wie das Modell in der Ausstellung zeigt. Foto: aki

Außen im schlichten Weiß und innen prunkvoll mit farbigen Malereien an den Wänden ausgestattet – so zeigt sich der Bamberger Heinrichsdom, der 1012 geweiht wurde und 1081 abbrannte, als Modell im Historischen Museum in Bamberg. Grundlage für diese Rekonstruktion im Maßstab 1:33 sind archäologische Funde aus einer Grabung in den Jahren 1969 bis 1971, bei der unter der Leitung von Walter Sage viele Reste der Fußbodenbeläge, einige farbig bemalte Putzreste und andere Funde ein wertvolles Interieur belegen. Das Dommodell ist Teil und „Prunkstück“ einer Ausstellung in der Bamberger Alten Hofhaltung mit dem Titel „Kleine Funde, Große Geschichten – archäologische Funde aus dem Bamberger Dom“, die jetzt eröffnet wurde. Sie präsentiert Funde aller Grabungen im Bamberger Dom im 20. Jahrhundert. Der heutige Bamberger Dom ist das vierte Gotteshaus an dieser Stelle. Archäologisch lässt sich schon eine Kirche im 9. und 10. Jahrhundert nachweisen – eine einfache Burgkapelle der Babenburg, die von einem Friedhof umgeben war. Der zweite Bau wurde unter Kaiser Heinrich II. errichtet und nach ihm Heinrichsdom benannt, der 1012 geweiht wurde. Leider brannte dieser Dom 1081 ab. Unter Bischof Otto I. entstand dann ein Nachfolger, der oft als Ottodom bezeichnet wurde. Dieses Gotteshaus wurde 1185 auch durch einen Brand schwer beschädigt, so dass ein neuer – mittlerweile die vierte Kirche dort – errichtet und 1236 geweiht wurde. Sein maßgeblicher Bauherr war Bischof Ekbert von Andechs-Meranien und so nannte man ihn auch Ekbertdom. Es war ein völliger Neubau und ist bis heute erhalten. Dies alles belegten die vielen Grabungen. Die jetzige Ausstellung ist bereits die fünfte archäologische Ausstellung des Bamberger Lehrstuhles für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit. Die erste solche Ausstellung „Aus Gruben und Scherben“ zeigte die Ergebnisse des mehrjährigen Grabungsprojektes „Babenburg“ des ersten Lehrstuhlinhabers Walter Sage. Somit „feiert“ die Ausstellung auch das 40-jährige Bestehen dieses Bamberger Lehrstuhles, berichtete der jetzige Inhaber des Lehrstuhles Professor Dr. Rainer Schreg bei der Ausstellungseröffnung. Schreg lobte die gute Kooperation mehrerer Institutionen bei diesem Forschungsprojekt. So sind daran neben der Universität das Historische Museum, der Historische Verein Bamberg und das Domkapitel beteiligt. Betreut wird das Projekt von Dr. Nelo Lohwasser. Alle Redner bei der Eröffnung lobten auch das große Engagement der Studierenden, Modellbauer und anderer Beteiligter. Dr. Birgit Kastner, Leiterin der Hauptabteilung Kunst und Kultur der Erzdiözese, berichtete, 2012 bei der Ausstellung „Dem Himmel entgegen“ zum 1000-Jahr-Jubiläum der Weihe des Heinrichsdomes, in der viele Funde gezeigt wurden, hätten Experten sowie das Domkapitel bedauert, dass die Exponate nicht wissenschaftlich untersucht wurden. Ihr Amtsvorgänger Dr. Norbert Jung initiierte dann, dass mit Hilfe des Domkapitels ein Forschungsprojekt der Uni Bamberg finanziert wurde. Kastner bedankte sich im Namen des Domkapitels „ganz besonders für die Leistungen von ihnen, Frau Dr. Lohwasser und ihrem Team … Ihnen ist es mit detektivischem Spürsinn und unermüdlicher Arbeit gelungen, des disparaten Materials habhaft zu werden, die Funde zu waschen, sortieren, aufzunehmen, zu identifizieren, fotografieren, zeichnen und zu scannen. Ihre Berichte zeugen von Pioniergeist und spiegeln stellenweise die Dimension der Aufgabe, der sie sich gestellt haben – zum Beispiel wenn sie in einem Depot vor 456 Kisten Scherben stehen, auf denen ,Bamberg‘ steht.“ Weiterhin berichtet Kastner, ein Teil des vom Domkapitel unterstützten Projektes sei auch das Ausarbeiten eines Projektantrages an die Deutsche Forschungsgemeinschaft für ein weiter führendes, dreijähriges Forschungsprojekt zum Zuordnen, Auswerten und der Synthese der Befunde und Kenntnisse. Dieser Projektantrag sei mittlerweile bewilligt. Dr. Regina Hanemann, Direktorin der Museen der Stadt Bamberg, erklärte, die Ausstellung sollte schon im vergangenen Jahr eröffnet werden. Aber die Corona-Epidemie machte einen Strich durch die Rechnung. Sie bedauerte, dass die Ausstellung ihre letzte in Zusammenarbeit mit dem Historischen Verein sei. Es sei der beginnende Abschied von ihrem Direktorinnenamt. Die Ausstellung ist noch bis zum 3. Oktober im Historischen Museum Bamberg in der Alten Hofhaltung (Domplatz 7, Telefon 09 51 / 87 - 11 40 oder -1142, museum@stadt.bamberg.de, www.museum.bamberg.de) zu sehen. Die Öffnungszeiten sind: Dienstag bis Sonntag und feiertags von 10 bis 17 Uhr. Jeden ersten Sonntag im Monat ist freier Eintritt für Familien sowie dienstags für Schulklassen nach vorheriger Anmeldung.

Autor: Andreas Kirchhof


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