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Lösungen für das strukturelle Haushaltsdefizit finden

Bistum Eichstätt rutscht finanziell ins Minus

Eichstätt - Das Bistum Eichstätt hat 2020 mit einem negativen Jahresergebnis abgeschlossen. Das Minus beträgt 3,8 Millionen Euro, wie bei einer Finanzpressekonferenz bekannt gegeben wurde. Ende 2019 stand noch ein Überschuss von 1,6 Millionen Euro zu Buche. Nach Auskunft von Amtschef Thomas Schäfers wurde ein höherer Fehlbetrag durch einen vorübergehenden Einstellungsstopp und verringerte Bauausgaben vermieden. 2021 rechnet das Bistum jedoch aufgrund erwarteter drastischer Einbrüche bei der Kirchensteuer mit einer Haushaltslücke von knapp 19 Millionen Euro.
Bereits 2020 reduzierten sich die Einnahmen aus dieser Quelle um 8,4 Millionen Euro auf 117,7 Millionen Euro. Der Rückgang konnte durch andere höhere Erträge zum Teil kompensiert werden. Dem Finanzbericht zufolge sind die wirtschaftlichen Spielräume des Bistums enger geworden. Dies spiegelt sich im Eigenkapital, dessen Wert sich um rund 38,5 Millionen Euro auf nunmehr 357,7 Millionen Euro verringerte. Maßgeblich verantwortlich dafür war ein Fehler in der bisherigen Bilanzierung, der nun berichtigt wurde.
Für tarifrechtliche Ansprüche von Priestern und Lehrern auf Beihilfezahlungen auch im Alter musste die Diözese fast 34,8 Millionen Euro aus der freien Rücklage in Rückstellungen umschichten.
Die stellvertretende Finanzdirektorin Christine Hüttinger sprach auf Nachfrage von einem Einmaleffekt. Einen ähnlichen Korrekturbedarf erwartet sie in den nächsten Jahren nicht. Allerdings müssten Lösungen für das strukturelle Haushaltsdefizit des Bistums gefunden werden, sagte sie.
Ein von Bischof Gregor Maria Hanke eingeleiteter Strategieprozess stellt sich unter anderem dieser Aufgabe. Unter Beteiligung der diözesanen Beratungsgremien und auch Außenstehender will das Bistum Eichstätt Zukunftsperspektiven für das kirchliche Leben entwickeln. Schäfers sagte, dabei stünden auch schmerzhafte Veränderungen an. Der Prozess ist nach seiner Aussage zeitlich nicht befristet.
Bei der Aufarbeitung des Skandals um leichtfertig vergebene Darlehen aus dem Vermögen des Bistums an Immobilienentwickler in den USA gibt es nach Auskunft der Bistumsverantwortlichen keinen neuen Sachstand.
Von 60 Millionen Dollar an Krediten seien inzwischen 18 Millionen zurückgeflossen. Weitere Rückzahlungen versuche die Diözese in den Vereinigten Staaten gerichtlich durchzusetzen, so Generalvikar Michael Huber. Seit vier Jahren ermitteln Münchner Staatsanwälte gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des Bistums und einen seiner Geschäftspartner, unter anderem wegen Untreue und Bestechlichkeit. Huber bezeichnete eine „vollständige Aufklärung durch die Strafverfolgungsbehörden“ als unerlässlich. Das Bistum unterstütze die Justiz mit allen verfügbaren Informationen.
Der Aufwand, den das Bistum betreibt, um das Geld zurückzubekommen, drückt sich auch in gestiegenen Rechts- und Beratungskosten aus, die 2020 um 3,3 Millionen Euro höher ausfielen als im Vorjahr. Allerdings handle es sich bei diesem Posten um Gesamtkosten und nicht nur um Folgen aus dem Skandal, hieß es.

 

Autor: KNA


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