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„Ihr Minis fehlt uns“

Digitaler BimBam: 500 Kinder und Jugendliche feiern zusammen beim diözesanweiten Ministranten-Aktionstag


Foto: Mit viel Abstand verbrachten die Hollfelder Ministrantinnen und Ministranten den Aktionstag in einer Turnhalle. Foto: Andreas Kraft / EJA

In der Hollfelder Turnhalle steht Gemeindereferentin Stephanie Eckstein im Tor. „Eigentlich wollten wir uns heute ja alle in Vierzehnheiligen zum großen Mini-Tag treffen, den es nur alle vier Jahre gibt“, sagt sie zu den 33 Minis, die um sie herum in einem großen Kreis auf dem Boden sitzen. „Aber mit Corona geht das natürlich nicht. 1000 Minis an einem Ort, das wäre doch zu viel.“ In Bamberg hätten daher Diözesanjugend- und Ministrantenpfarrer Norbert Förster und Referent für Ministrantenpastoral Tobias Bienert entschieden, einen dezentralen Mini-Aktionstag zu veranstalten. „Und Norbert ist heute auch hier, um euch zu besuchen.“ Norbert Förster macht einen Schritt nach vorne. „Ihr Minis fehlt uns“, sagt er. „Da spreche ich nicht nur für mich, sondern auch für viele Kollegen.“ Den Sommer über durften maximal zwei Minis pro Gottesdienst dabei sein. Seit Mitte September sind grundsätzlich wieder mehr Minis möglich, auf die übliche Stärke verzichten die Pfarreien aber aufgrund der Hygienevorschriften nach wie vor. Auch ist der Dienst am Altar, etwa bei der Gabenbereitung, deutlich eingeschränkt. „Ich freue mich, dass ihr heute hier seid und ich danke euch für euren Dienst“, sagt Förster. In etlichen Pfarreien sind aufgrund nicht möglicher Gruppenstunden in den vergangenen Monaten viele Kontakte abgebrochen. Jetzt versuchen pastorales Personal und Oberminis die Kinder und Jugendlichen wieder zu reaktivieren. So auch in Hollfeld, wo sich beim „BimBam Dahaam“ die Minis aus dem neuen Seelsorgebereich Fränkischen Schweiz Nord zum ersten Mal überhaupt treffen. „Das ist für uns eine gute Möglichkeit, dass sich die Minis aus den unterschiedlichen Pfarreien einmal kennenlernen“, sagt Eckstein. Insgesamt haben sich über 500 Kinder und Jugendliche aus dem ganzen Erzbistum Bamberg zu dem diözesanweiten Mini-Tag angemeldet, der ohne das Engagement der Ehrenamtlichen nicht möglich gewesen wäre. Sie alle treffen sich in kleinen Gruppen in ihrer Pfarrei oder ihrem Seelsorgebereich. Als verbindendes Element gibt es eine Videobotschaft von Erzbischof Ludwig Schick, einige Ideen für gemeinsame Spiele und eine vorbereitete Andacht mit digitalen Elementen. In der Videopredigt etwa schildern die Ehrenamtlichen aus dem diözesanen Vorbereitungsteam, in welchen Situationen sie Gottes Nähe und Gegenwart gespürt haben, während Ministrantenpfarrer Norbert Förster darüber spricht, wie das Vertrauen in Gott dabei hilft, eigene Ängste zu überwinden. Die Minis in Forchheim gestalten nach der Begrüßung vor dem Pfarrzentrum Don Bosco ein Bild mit Dingen, die ihnen Angst machen – dabei geht es viel um Spritzen, Ärzte und den Tod. Dazu passt dann auch die Fürbitte, die sie für die Andacht formulieren: „Lieber Gott beschütze uns vor Krankheit, in dieser Zeit besonders vor dem Coronavirus.“ Den Minis in Forchheim sieht man sofort an, wie ernst sie die Pandemie nehmen. Sie halten gewissenhaft Abstand und tragen, sobald sie von ihrem Stuhl aufstehen, ihren Mund-Nasen-Schutz. Die Oberminis Julian Hagedorn und Timo Kraus befragen zur Begrüßung alle einzeln, ob sie in den vergangen Tagen Symptome hatten oder Kontakt zu positiv Getesteten. Doch auch sie freuen sich über diesen Tag. „Ministrieren läuft derzeit ganz anders“, sagt Julian. „Viele sind auch enttäuscht, dass sie deutlich seltener gebraucht werden als sonst üblich.“ Da hilft der „BimBam Dahaam“ durchaus, das Gemeinschaftsgefühl etwas zu pflegen.

Autor: Andreas Kraft


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