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Eine einfache Lösung gibt es nicht

Struktur der neuen Dekanate im Erzbistum Bamberg

Bamberg – Bis Pfingsten soll die neue Struktur der Dekanate im Erzbistum Bamberg stehen. Eigentlich. Denn obwohl bis Pfingsten noch einige Wochen vergehen ist derzeit „alles im Fluss“, sagt der Leiter der Stabsstelle Diözesane Entwicklung, Domkapitular Dr. Heinrich Hohl gegenüber dem Heinrichsblatt. Sowohl der Vorschlag der Ordinariatskonferenz mit nur sieben Dekanaten (die bisherigen Regionen und die Stadt Nürnberg) wie auch die Idee des Diözesanrats 35 Dekanate zu bilden, sei wohl vom Tisch. Bislang gibt es im Erzbistum Bamberg 21 Dekanate, die in sechs Regionen gegliedert sind.
„Es wird nicht auf die 35 Dekanate, aber auch nicht auf die sieben Dekanate rauslaufen“, meint der stellvertretende Diözesanrats-Vorsitzende Oskar Klinga. Für ihn hätte die Idee mit den 35 Dekanaten durchaus Charme. Wenn nämlich Seelsorgebereich und Dekanate räumlich identisch wären, würde eine Ebene (Pfarrei, Seelsorgebereich, Dekanate, Diözese) wegfallen. Für die Arbeit der Ehrenamtlichen hätte dies durchaus Vorteile. Denn ein Großteil der ehrenamtlichen Arbeit wird sich nach Klingas Einschätzung auf der Ebene der räumlich identischen Seelsorgebereiche/Dekanate abspielen. Zudem könnte jedes der 35 Dekanate zwei Vertreter in den Diözesanrat entsenden. So bliebe auch die Größe des obersten Laiengremiums im Erzbistum in etwa gleich.
Auf der Ebene der Städte, wie etwa Nürnberg, Erlangen oder Bamberg, könnte man auch Stadtdekane wählen. Klinga räumt allerdings ein, diesen Vorschlag nicht kirchenrechtlich ­geprüft zu haben. Er ist aber überzeugt, dass es durchaus Wege geben könnte, wenn der Wille vorhanden wäre.
Der Leiter der Stabsstelle, Diözesane Entwicklung, Hohl, kann diese Argumentation durchaus nachvollziehen. Allerdings erscheint ihm der Vorschlag mit 35 Dekanaten nicht praktikabel. Zu den Aufgaben eines Dekans gehören nämlich unter anderem die Visitation der Pfarreien/Seelsorgebereich und die Qualifikation der Pfarrer innerhalb des Dekanats. Bei 35 Dekanaten müssen dann Leitender Pfarrer und Dekan eine Person sein. Logischerweise geht es nicht, dass die gleiche Person sich selbst kontrolliert. Es müsste dann laut Hohl wohl eine neue Ordnung für die Visitationen und die Qualifikationen gefunden werden.
Kirche braucht ein Gesicht
Gegen die vergleichsweise geringe Zahl von nur sieben Dekanaten gab es bei der jüngsten Dekanekonferenz Gegenwind. Hermany beklagt zudem, dass in die ganze Debatte um die Dekanatsstruktur die Dekanatsräte überhaupt nicht mit eingebunden wären. Unabhängig von seiner Person, so Hermany, wäre es das falsche Signal, wenn es kein Dekanat Fürth mehr damit auch keinen Dekan mehr in der Kleeblattstadt gäbe.
Eine neue Dekanatestruktur für das Erzbistum zu finden, erweist sich als schwierig. Denn Fläche und Katholikenzahl sollten einigermaßen vergleichbar sein. Würde man aber nun ein Dekanat aus den bisherigen Dekanaten Kulmbach und Hof bilden, so hätte dieses Dekanat nur zwei Seelsorgebereiche mit rund 40 000 Katholiken. Auf diese Zahl kommt momentan das bisherige Dekanat Lichtenfels. Das wiederum soll nach den derzeitigen Überlegungen mit Coburg ein Dekanat bilden. Zudem könnten die bisherigen Dekanate Kronach und Teuschnitz fusionieren.
Die Ideallösung fehlt noch
Allerdings würden wohl die bisherigen Regionen Bamberg und Forchheim zu neuen Dekanaten mit rund 125 000 Katholiken (Bamberg) und 87 000 Katholiken (Forchheim). Im Süden der Diözese ist wohl der Fortbestand des bisherigen Dekanats Nürnberg mit dann drei Seelsorgebereichen gesichert. Erlangen und Fürth sollen wohl bestehen bleiben. Unklar ist, was mit dem bisherigen Dekanat Neunkirchen am Sand geschieht. Der Dekan von Neunkirchen am Sand, Stefan Alexander, plädiert dafür, dass dieses Dekanat auch weiterhin Bestand hat. Ansbach soll nach den bisherigen Überlegungen ebenfalls Sitz eines Dekanats sein. Die Fläche ist aber noch unklar. Die bisherigen Planungen sehen zudem vor, dass ein Leitender Pfarrer nicht Dekan sein soll. Domkapitular Hohl begründet dies unter anderem damit, dass auf längere Sicht wohl Leitender Pfarrer und Dekan für eine Person eine Überfülle an Aufgaben wäre.
Domkapitular Hohl kann sich vorstellen eine Arbeitsgruppe zu bilden, in der auch zwei oder drei Dekane, aber auch Pastoral- und Gemeindereferenten mitwirken, ebenso auch Kapläne und Pfarrvikare und ein Regionalreferent. Diese Arbeitsgruppe könnte dann auf Basis nachvollziehbarer Kriterien Vorschläge für die künftigen Dekanate erarbeiten. „Ich hoffe, dass wir eine mutige Lösung finden werden und nicht nur das bisherige Tischtuch einfach strecken“, sagte Hohl.

Autor: Christoph Gahlau


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