Berlin (KNA) – Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, hat die Haltung des Bunds Katholischer Unternehmer zur AfD kritisiert. Die jüngste Erklärung des Verbands zur AfD in Anlehnung an die Haltung des Verband der Familienunternehmer habe sie befremdet, sagte Stetter-Karp bei der Vollversammlung des Laiengremiums am Freitag in Berlin. Eine solche in gewissen Teilen Normalisierung dieser faschistischen Partei sei "aus meiner persönlichen Sicht mindestens politischer Leichtsinn". Der Bund Katholischer Unternehmer BKU ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK).
Gegen eine vollständige Blockade der AfD
Der BKU hatte sich gegen eine vollständige Blockade der AfD ausgesprochen. Zwar lehne der Verband Positionen der AfD ab und habe sich auch der entsprechenden Unvereinbarkeitserklärung der deutschen Bischöfe aus dem vergangenen Jahr angeschlossen. "Abgrenzung findet für uns aber vor allem innerhalb jener demokratischen Diskussion von Positionen und Inhalten statt, welche die politische Kultur unserer Bundesrepublik über Jahrzehnte geprägt hat", hatte der BKU-Vorsitzende Martin Nebeling am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) gesagt.
Im Oktober hattte der Verband der Familienunternehmer laut eigenen Angaben alle Parteien, die im Bundestag vertreten sind, zu einem Parlamentarischen Abend eingeladen, darunter auch die Linke und die AfD. "Wir halten es für wichtig, dass man sich mit den Inhalten der Parteien auseinandersetzt, und bei dieser Veranstaltung konnten sich Politiker und Unternehmer austauschen", heißt es auf der Homepage des Verbandes. "Ein Politiker der AfD ist gekommen, von den Linken aber niemand. Wir haben den Politikern keinerlei Bühne gegeben. Sie haben keinerlei Reden gehalten."
Verbandspräsidentin Marie-Christine Ostermann erklärte: "Das Weltbild der AfD passt nicht zu unserer freiheitlichen und marktwirtschaftlichen Grundüberzeugung, weshalb wir Familienunternehmer die inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD nicht scheuen." Unterdessen hält die Kritik an dem Umgang des Verbandes mit der AfD an.
